Mit dem Horst Bingel-Preis werden Arbeiten in der »Kleinen Form« gewürdigt (Lyrik, Erzählung, Kurzprosa, Essay, Reportage oder Blog), deren literarische Qualität auch als gesellschaftliches Engagement zu lesen ist. In diesem Jahr gibt es zum ersten Mal drei Lyrikpreise, die an Henning Ahrens, Daniela Danz und Tom Schulz gehen.
Der Preis erinnert an seinen Namensgeber Horst Bingel (1933-2008), dessen schriftstellerisches Werk in den Genres jener »Kleine Form« erschien. Er wird in zweijährigem Turnus vergeben von der Horst Bingel Stiftung für Literatur (Frankfurt am Main), ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert und wird großzügig unterstützt durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur und das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main. Die Jury 2026 besteht aus Barbara Bingel (Horst Bingel-Stiftung für Literatur), Alexandru Bulucz (Bingel-Preisträger 2024), Björn Lauer (S. Fischer Verlage), Dr. Hans Sarkowicz (Kulturwissenschaftler) und Dr. h.c. Wolfgang Schopf (Literaturarchiv der Goethe-Universität).
Zu Henning Ahrens heißt es: Während seine Romane der fantastischen Literatur zugerechnet werden, erinnern seine Gedichte häufig an Naturlyrik, sind aber keineswegs von Sehnsucht nach einer Idylle geprägt. So stößt in seinem jüngsten Band »Inventur eines Dinosauriers« das Individuum auf der Suche nach seiner Verortung auf gegenwärtige gesellschaftliche Verwerfungen. Dabei treffen wir auf eine rhythmisierte Sprache, so elegant wie beweglich, deren Formstrenge keine Experimentierfreude hemmt, und die mit akrobatischen Wendungen und rätselhaften Wortschöpfungen überrascht.