Veröffentlicht am

Holocaust-Überlebende Irene Butter ist verstorben

Irene Butter gehörte zu den letzten Zeitzeuginnen des Holocaust, die bis heute unermüdlich ihre Geschichte erzählt. Nun ist sie am 02. Oktober 2026 im Alter von 95 Jahren in den USA verstorben.
Geboren 1930 als Irene Hasenberg in Berlin, wuchs sie in einer deutsch-jüdischen Familie auf. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten veränderte ihr Leben früh: Diskriminierung, Gewalt und schließlich die Flucht prägten ihre Kindheit. 1937 emigrierte die Familie in die Niederlande – doch auch dort waren sie nicht sicher. Nach der deutschen Besatzung wurde die Familie 1943 verhaftet und über das Durchgangslager Westerbork in das Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert.
Butter war damals 13 Jahre alt. Hunger, Angst und Krankheit bestimmten ihren Alltag. Nur durch eine Verkettung von Umständen – darunter ein geplanter Gefangenenaustausch – überlebte sie. 1945 gelang ihr schließlich die Flucht in die Freiheit und über Umwege kam sie in die USA, wo ihr neues Leben begann: Butter studierte Wirtschaftswissenschaften, wurde Professorin an der University of Michigan und baute sich eine akademische Karriere auf. Die Vergangenheit blieb präsent, doch fast 30 Jahre sprach Irene Butter nicht über ihre Erlebnisse.
Erst ein Schulprojekt ihrer Tochter wurde zum Wendepunkt und sie begann, ihre Geschichte zu erzählen – zunächst vor einer Klasse, später weltweit. Aus diesem Moment entstand ein lebenslanges Engagement. Butter reiste durch Schulen, Universitäten und öffentliche Einrichtungen, sprach mit Jugendlichen und Erwachsenen über den Holocaust, über Ausgrenzung und Verantwortung. Ihr Leitsatz: nicht wegsehen, nicht schweigen. Aus Gesprächen mit vier Schülerinnen entstand der NDR-Podcast »Zeitkapsel – Irene, wie hast du den Holocaust überlebt?«. Ihre Erfahrungen hat Butter auch literarisch festgehalten: 2022 erschien bei Schöffling & Co. ihre Autobiographie »Wir hatten Glück, noch am Leben zu sein«, in der sie eindringlich ihre Kindheit, die Verfolgung und das Überleben im Konzentrationslager schildert.
Ihr Leben lang engagierte sich Irene Butter politisch und gesellschaftlich. Sie setzte sich für Verständigung ein, etwa in interkulturellen Dialoggruppen, und ist Mitbegründerin von Vorlesungsreihen, die sich mit Zivilcourage und Verantwortung beschäftigen. Für ihr Engagement wurde sie vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Bundesverdienstkreuz.
Doch wichtiger als jede Ehrung ist ihr die Wirkung ihrer Worte – besonders auf junge Menschen. Was bleibt, ist ihre Botschaft: Erinnerung ist keine Vergangenheit – sie ist Auftrag.
Veröffentlicht am

Schöffling & Co. wird mit dem Deutschen Verlagspreis 2026 ausgezeichnet!

Als einer von 85 Verlagen wird Schöffling & Co. mit dem Deutschen Verlagspreis 2026 ausgezeichnet. Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, die für uns Wertschätzung unserer Arbeit und unserer Autor:innen, Übersetzer:innen und natürlich der verlegten Bücher bedeutet. Wir bedanken uns bei der unabhängigen Jury, bestehend aus Alexander Cammann, Isabel Fargo Cole, Ines Dettmann, Katharina Holzmann, Prof. Dr. Friedhelm Marx, Jörg Thadeusz und Deniz Utlu.

Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins, erklärt: „Der Deutsche Verlagspreis ist ein wichtiges Signal für literarische Vielfalt und schafft Sichtbarkeit für die engagierte Arbeit der unabhängigen Verlage in Deutschland. Er macht deutlich, dass eine vielfältige Buchbranche von hoher gesellschaftlicher Bedeutung ist und wie wichtig es ist, diese zu fördern.“

Die Verleihung findet im Rahmen der Frankfurter Buchmesse am Freitag, 09.10., statt, dort entscheidet sich auch die Höhe der Auszeichnung.79 Verlage erhalten ein Gütesiegel und ein Preisgeld von jeweils 18.000 Euro. Die mit jeweils 50.000 Euro dotierten Spitzenpreise gehen an drei weitere Verlage. Erstmals wird in diesem Jahr neben dem Nachhaltigkeitspreis ein Innovationspreis verliehen. Beide Preise sind mit jeweils 24.000 Euro dotiert. Ein Verlag mit einem Jahresgesamtumsatz von mehr als drei Millionen Euro erhält ein undotiertes Gütesiegel.

Veröffentlicht am

Susan Kreller ist mit »Licht nach oben« für den Bayerischen Buchpreis 2026 nominiert!

Susan Kreller ist für ihren neuen Roman »Licht nach oben«, der am 17. September 2026 erscheint, für den Bayerischen Buchpreis 2026 nominiert. Die Jury, bestehend aus Maja Beckers (DIE ZEIT), Andreas Platthaus (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Marie Schoeß (Bayerischer Rundfunk), wählte insgesamt sechs Bücher aus, davon je drei Romane sowie drei Sachbücher.

In der Jury-Begründung heißt es: »Wie erzählt man von einem Menschen, der am Rand der Gesellschaft steht und sich selbst gern aus dem Leben nehmen würde? Susan Kreller gibt eine bemerkenswerte Antwort. Sie weigert sich, Arthurs Schicksal in realistischen Graustufen nachzuzeichnen. Sie schafft einen literarischen Raum, der Verwandlung denkbar macht – voll Rhythmus und Musikalität, Bild- und Sprachkraft.«

Die Verleihung des Bayerischen Buchpreises findet am 29. Oktober 2026 in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz statt. Die beiden Gewinnertitel aus Belletristik und Sachbuch werden vor Ort und in Anwesenheit der nominierten Autorinnen und Autoren bestimmt und im Anschluss gekürt. Die gesamte Veranstaltung wird live im Radio auf Bayern 2 ab 20:05 Uhr übertragen. Der Preis ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert.

Wir gratulieren Susan Kreller ganz herzlich und freuen uns sehr! Weitere Informationen zum Preis und die übrigen Auszeichnungen finden Sie hier.

Veröffentlicht am

»Palastplatte« von Mara Floren ist unter den 30 Kandidaten der Hotlist 2026!

Das unabhängige Kuratorium der Hotlist hat entschieden und aus 205 Einsendungen aus unabhängigen Verlagen eine Vorauswahl getroffen. Im nächsten Schritt wird die Hotlist 2026, die zehn Bücher des Jahres unabhängiger Verlage, durch eine Jury und per Online-Abstimmung gewählt. 3 Titel der Hotlist werden durch diese öffentliche Wahl auf der Website der Hotlist entschieden, die 7 weiteren entscheidet die Jury dieses Jahres.

Abgestimmt werden kann bis einschließlich 04. September unter diesem Link. 

Veröffentlicht am

»Palastplatte« ist das Jugendbuch des Monats Juni!

Die Jury der Deutschen Akademie für Kinder – und Jugendliteratur empfiehlt Palastplatte von Mara Floren als Jugendbuch des Monats Juni 2026. In der Jury-Begründung heißt es: »Floren erzählt sensibel in diesem Coming-of-Age-Roman von der Freundschaft zweier Mädchen, von der ersten Liebe, aber auch von psychischen Erkrankungen. Dabei gelingt es der Autorin, mit oszillierenden Sprachbildern eine dichte Atmosphäre zu entfalten und Henris Irrungen und Wirrungen eindringlich darzustellen.« Wir gratulieren Mara Floren ganz herzlich und freuen uns sehr! 

Weitere Informationen zum Preis und die übrigen Auszeichnungen finden Sie hier.

Veröffentlicht am

Nadja Küchenmeister erhält den Literaturpreis der A und A Kulturstiftung 2026

Der Literaturpreis der A und Kulturstiftung 2026 geht an die Lyrikerin Nadja Küchenmeister. Sie erhält den Preis für ihr bisheriges lyrisches Schaffen, unter anderem für ihre Gedichtbände Der große Wagen (2025), Im Glasberg (2020), Unter dem Wacholder (2014) und Alle Lichter (2010). Die Preisverleihung findet am 01. Juni auf der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (Roter Salon) in Berlin statt. Nähere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier. 

Veröffentlicht am

Alexandru Bulucz erhält den Eichendorff-Literaturpreis 2026

Der diesjährige Eichendorff-Literaturpreis geht an Alexandru Bulucz für sein Gesamtwerk. Die Stiftung Kulturwerk Schlesien würdigt Buluczs Werk für seine formbewusste Sprache, seine kulturelle Weite »und seine poetische Dringlichkeit«. In der Jury-Begründung heißt es mitunter, Bulucz habe »einen literarischen Ort geschaffen […], der zwischen den Welten, zwischen Deutschland und Rumänien, zwischen Heimat und Fremde, zwischen Gegenwart und Vergangenheit […] liegt.« Der Eichendorff-Literaturpreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Er wurde erstmals 1956 verliehen und würdigt herausragende literarische Leistungen, die weitgehend in Zusammenhang mit Joseph von Eichendorff stehen. Die Preisverleihung findet am Sonntag, 27. September 2026, um 11:00 Uhr in der Stadtbücherei im Kornhaus in Wangen im Allgäu statt. Wir gratulieren herzlich!
Veröffentlicht am

Nadja Küchenmeister erhält den Peter-Huchel-Preis 2026

Der diesjährige Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht an die 1981 in Berlin geborene und in Berlin lebende Lyrikerin Nadja Küchenmeister. Ausgezeichnet wird sie für Der Große Wagen als herausragende Neuerscheinung des Jahres 2025. In der Jurybegründung heißt es unter anderem: „Prägnant, eindringlich, anspielungssicher und präzise entfalten Küchenmeisters Gefühlsstudien Nähe und Menschlichkeit. Seite für Seite fügen sich je exakt acht reimlose Dreizeiler zu weitgespannten Bilderbögen. Orientierung bietet stets der Blick zum sternenklar Leuchtenden.“ Der vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftete Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik wird seit 1984 für ein herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres verliehen und ist mit 15 000 Euro dotiert. Die Jury bestand in diesem Jahr aus Alexandru Bulucz, Gregor Dotzauer, Maren Jäger, Christian Metz, Holger Pils, Brigitte Schwens-Harrant, und Lara Sielmann. Den Vorsitz hat Frank Hertweck, den stellvertretenden Vorsitz Ariane Limberg. Die Preisverleihung ist am 10. April 2026 in Staufen im Breisgau, wo Peter Huchel seit seiner Ausreise aus der DDR 1971 lebte. Wir gratulieren Nadja Küchenmeister sehr herzlich und empfehlen, Der große Wagen zu lesen!

Veröffentlicht am

Mirko Bonné wird mit dem Hannelore-Greve-Literaturpreis 2025 ausgezeichnet

Mirko Bonné wurde am 8. Dezember für sein bisheriges Gesamtwerk mit dem Hannelore-Greve-Literaturpreis 2025 ausgezeichnet. Tilman Krause widmete sich in seiner mitreißenden Laudatio vor allem dem Dichter Bonné und seiner unbestechlichen Genauigkeit. Der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher und die Eheleute Greve gratulierten im Rahmen eines feierlichen Senatsempfangs im Kaisersaal des Hamburger Rathauses. Der Hannelore-Greve-Literaturpreis wird alle zwei Jahre von der Hamburger Autorenvereinigung verliehen und ist seit diesem Jahr mit 40.000 Euro dotiert. Gestiftet wird der Preis von der Hannelore-und-Helmut-Greve-Stiftung für Kultur und Wissenschaften.

Wir gratulieren herzlich!