Beschreibung
Die Bonner Republik zur Wendezeit: DDR-Flüchtling Bernd Vomturm macht Karriere im Regierungsviertel und wird dort zum gefragten »Mann fürs Glas«. Verantwortlich für die Fassaden des Kanzlerbungalows, erhält er tiefe Einblicke in das Leben und Umfeld des Bundeskanzlers Viktor Breugel. Während der Pfälzer Kanzler als leidenschaftlicher Cineast seine Politik wie einen Film inszeniert, benötigt seine Gattin Harriet aus gesundheitlichen Gründen dringend mehr Licht. Und Vomturm, der eine Liebesgeschichte mit der Schwägerin des Kanzlers beginnt, entwirft bereits die Architektur einer neuen Zeit: ein visionäres Haus für den Kanzler am Rande Berlins.
Zugleich reichen lange Schatten von Ost nach West. In Chemnitz führt Lutz Reinmar, Vomturms alter Freund, heimlich dessen Stasi-Akte fort – verstrickt in eine fatale Mischung aus Eifersucht und Verrat, droht manch ein Konstrukt zu zerbrechen.
Mirko Bonné hat einen großen Roman über ein Land im Dazwischen und die Suche nach sich selbst geschrieben. Wie ein literarisches Prisma fächert Kanzlerkino unvereinbare Wahrheiten auf, verfolgt das Zersplittern menschlicher Träume.


Kanzlerkino





Pressestimmen
»Mit Kanzlerkino liegt ein Glanzstück polyperspektivischen Schreibens vor. Immer wieder haben die Figuren, raffiniert inszeniert, die Chance zur Selbstdarstellung […]. Mirko Bonné agiert souverän als der Autor, der (anders als sein Personal) alles weiß, aber manches vorsätzlich im milchgläsernen Opaken lässt: als reale Herausforderung für seine Leser.« Rose-Marie Gropp / FAZ
»Mirko Bonné zeigt genüsslich alle Insignien der Macht, von Architektur über Staatskarossen bis hin zum Hauspersonal, das parieren muss. Kanzlerkino ist ein Sommerroman und ein mit der Alternativweltgeschichte kokettierendes Mashup eines unvereinigten Landes.« Konstantin Ames / taz
»Mirko Bonné durchdringt seinen Stoff mit der Kraft der Poesie und hat noch nie so entfesselt erzählt – mit manchmal geradezu kinohafter Lust an den großen Szenen.« Thomas Andre / Hamburger Abendblatt
»Mirko Bonné verschafft uns Leseerlebnisse, die uns lange und intensiv beschäftigen. Nicht zuletzt deshalb, weil uns die Figuren, mit denen er seine Geschichten bevölkert, zu Herzen gehen, mit ihren Freuden, mit ihrem Schmerz. Wir ertappen uns dabei, wie wir diese Figuren in unseren Alltag mitnehmen, wenn wir dann irgendwann schweren Herzens diese Bücher zuklappen und das Paralleluniversum, in dem wir uns eine Weile häuslich eingerichtet hatten, wieder verlassen müssen.« Tilman Krause
»Mirko Bonnés Romane überzeugen durch seine Fähigkeit, historische Fakten mit sensibler Figuren- und Spracharbeit den Fragen des Lebens gegenüberzustellen.« Lisa Kreißler / NDR
»Bonné zeigt mit dem Schwung des selbstbewussten Virtuosen die Hintergrundstrahlung der irdischen Verhältnisse.« Hubert Winkels / Die Zeit
»Wer sich für deutsch-deutsche Irrungen interessiert, wird gut unterhalten!« Michael Husarek / Nürnberger Nachrichten
»Virtuos jongliert Mirko Bonné in seinem Roman Kanzlerkino mit historischen Fakten und spannenden Figuren: kraftvoll, poetisch erzählt, ein Lesevergnügen.« Südwest Presse
»Bislang trauen sich Schriftsteller mit West-Sozialisation nur selten, in die Erlebniswelt derjenigen einzutauchen, deren Staat damals unterging. Mirko Bonné traut sich. Der Hamburger und Wahlfranzose hat sich eine fein gesponnene Geschichte ausgedacht, die die Drangsale der DDR-Geschädigten mit Empathie und Erbarmen schildert.« Tilman Krause / WELT
»Wie lässt sich die Vergangenheit, die unsere Gegenwart prägt, am besten durchdringen? Mirko Bonné gelingt es, Fakten und Fiktionen so wild durcheinanderzumischen, dass wir am Ende der Wahrheit ganz nahekommen.« NDR
»Mirko Bonné entführt in eine Zeit der Träume und des Aufbruchs, dabei jongliert er mit Fakten und Figuren. […] Die fiktiven Räume, die er dafür in seinem Roman öffnet, sind voller Humor, voller kriminalistischer Handlungsstränge und vor allem voller Mitgefühl. Das ist ebenso überraschend wie wohltuend.« Joachim Dicks / NDR Kultur
»In Mirko Bonnés Kanzlerkino [taucht] ein famoser Sachse auf: Ein Mann mit Vergangenheit, mit Ambitionen und ohne falsche Schüchternheit!« Uli Hufen / WDR Westart Lesen
»Mirko Bonnés Roman Kanzlerkino verwischt die Grenze zwischen historischer Realität und Fiktion. […] Es geht um persönliche Konflikte, das Bewältigen von DDR-Vergangenheit – und um Männer, die ständig eifersüchtig sind.« Carsten Schrader / Kulturnews
»Mirko Bonné erzählt in seinem neuen Roman von der Suche nach Halt in einem Land ohne festen Boden. Ein eindrucksvolles Leseerlebnis.« Annekatrin Stoll / General-Anzeiger Bonn
»Von Rachegelüsten und dem Kanzlerleben in den 90ern: Mirko Bonné gelingt auch mit Kanzlerkino ein literarischer Volltreffer.« Gérard Otremba / Sounds & Books
»Mit Hingabe, Humor und Raffinesse wird hier ein Kinosaal belebt, der aus Schauspielern und wahren Persönlichkeiten gefüllt wird. Dabei verwebt die Handlung Historisches und fast schon Kriminalistisches mit einem Ensemble, das uns berührt.« Hauke Harder / Leseschatz.de