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Zofia Nałkowska: Medaillons

Die Übersetzung wurde freundlicherweise vom Polnischen Buchinstitut gefördert.

Zofia Nałkowska
Medaillons

Aus dem Polnischen und mit einem Nachwort von Marta Kijowska

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ISBN: 9783731762058
€ 15,99

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Medaillons, das sind acht Begegnungen mit Opfern und Handlangern des Nationalsozialismus: Eine Frau befreit sich mühsam aus dem fahrenden Viehwaggon, stolpert über die Gleise und wird auf der Flucht angeschossen. Wie im Traum nimmt sie wahr, dass Menschen um sie herum sich zögerlich fragen, ob sie ihr helfen oder sich lieber in Sicherheit bringen sollen. Eine andere, die für die Ausrottung der Juden Verständnis hat, weil sie deren Hass auf die Polen mehr als die Nazis fürchtet, hört beim Blumengießen auf dem Warschauer Friedhof, wie die verzweifelten Stimmen der im Ghetto Eingeschlossenen zu ihr dringen. Mitarbeiter eines Labors finden nichts dabei, dass ihr deutscher Vorgesetzter aus Menschenknochen Seife herstellt. Es sind Geschichten des Grauens, die eine Beobachterin in einer zugleich glasklaren und poetisch dichten Sprache einfängt. Sie selbst hält sich im Hintergrund und verzichtet auf jegliche Wertung, wodurch sie die geschilderten Verbrechen und Leiden umso intensiver für sich sprechen lässt.
Zofia Nałkowskas 1946 erschienene, von Marta Kijowska neu übersetzte und mit einem Nachwort versehene Medaillons gelten als ein Meisterwerk der Miniaturprosa und einer der wichtigsten Texte der polnischen Kriegsliteratur. »Dieses Schicksal haben Menschen den Menschen bereitet«, lautet Nałkowskas Erkenntnis, die bis heute nichts an Gültigkeit verloren hat.

Rezensionen

»Die Lektüre ist noch heute hochaktuell, so schildert sie das furchtbare Grauen, das Menschen imstande sind, Menschen zu bereiten.«
Michelle Schreiber, Kreutzer »logbuch«

»(…) ein Band der in die allererste Reihe von Literatur gehört, in der Menschen schreibend versuchen, das Geschehen in den NS-Vernichtungslagern unmittelbar zu erfassen und zu vermitteln« Christine Schneider, Frankfurter Rundschau

»Medaillons ist ein eindrückliches Dokument. Nałkowskas Miniaturen reihen sich in ihrer Prägnanz und ihrer Schärfe in die bedeutsamen Erzählungen von Holocaust-Überlebenden ein.«
Christoph Schröder, Deutschlandfunk »Büchermarkt«

»Mit ihrem Werk gehört Zofia Nałkowska, eine Zeitgenossin von Virginia Woolf, zu den großen europäischen Schriftstellerinnen des zwanzigsten Jahrhunderts.«
The Polish Review