Svenja Leiber: Büchsenlicht

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Svenja Leiber
Büchsenlicht

Erzählungen

160 Seiten. Gebunden
€ 18,95   €[A] 19,50   
ISBN: 978-3-89561-205-3

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Frau Leites kocht Holunderblütensaft in leere Kornflaschen ein, und die Jugend verblüht am Glascontainer, während auf der Pappelkoppel die Drillmaschine aufsetzt und der Edeka-Laster auf dem Buswendeplatz hupt. In der norddeutschen Provinz wird geliebt, geheiratet, gemordet und gestorben, und fast jeder ist schon mal über ’nen Appelkorn gestolpert. Sei es Tönnes, der zwei Meter hohe Wutausbruch, oder die weitäugige Polizistentochter, die was mit dem Reitlehrer hat. Svenja Leibers Figuren haben den Landregen im Gemüt. Da verliebt sich Heide Raschpichler in Hans Daleckie, nur weil ihr zu ihm kein passendes Tier einfällt, und die Spätaussiedlerin Greta bewirtet die Landfrauen mit Haribo und Daim, bevor sie dem Großbauern einen Korb gibt. Büchsenlicht ist ein Kanon, ein verregnetes Lied aus dem Norden. Hier, wo die Menschen mit Treckerreifenhaut ihre Wurzeln geschlagen haben, drohen andere auf den morastigen Äckern ins Bodenlose zu versinken. Landidyll oder Lebensknast, das müssen Einheimische wie Zugereiste für sich entscheiden – und Jammern gilt nicht.

Rezensionen

»Leiber schreibt mit dem Stilett, seziert die lautstark schweigende Kommune.«
Oliver Jungen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»So ist Svenja Leibers Sprache beschaffen: nicht lakonisch, sondern lyrisch. Nicht aussparend, sondern blühend.«
Christoph Bartmann, Süddeutsche Zeitung

»Glanzstücke aus einem fremd anmutenden Hinterland, in dem - zum Glück - weder Latte macchiato noch Lachs-Carpaccio serviert werden.«
Rainer Moritz, Neue Zürcher Zeitung

»Die lakonische Poesie, mit der Leiber ihren lehmschweren Figuren Leben einhaucht und sie dabei nie denunziert, ist umwerfend.«
Wiebke Porombka, die tageszeitung

»Herb und melancholisch ist das Erzählaroma in diesen skizzenhaften Dorfgeschichten aus Deutschlands Norden.«
Harro Zimmermann, Focus

»Drastische, auch schräge Formulierungen, die jedes Klischee vermeiden und nuanciert Figuren, Situationen und Stimmungen zeichnen.«
Gudrun Boch, Radio Bremen

»Ein Debüt, lichthell vom Sprach- und Mutterwitz, das an Herz und Nieren geht.«
Andreas Nentwich, Börsenblatt

»In dieser sprachlichen Konzentration, in diesem auf das Wesentliche beschränkten Stil und in der formalen Sorgfalt zeigt sich die erstaunliche Kunstfertigkeit dieser jungen Autorin.«
Thomas Plaul, Hessischer Rundfunk

»Die Lücken, die Leere, die Kälte: all das fängt Svenja Leiber mit ihrer raffiniert ungekünstelten und ungelenken Sprache ein.«
Friedhelm Rathjen, Frankfurter Rundschau

»Leibers Geschichten sind unerbittlich und manchmal derb. Aber sie sind nicht ohne Poesie und vor allem - bestrickend schön.«
Tomma Schröder, Deutsche Welle

»Die 13 Erzählungen in diesem Band sind dicht und zugespitzt, treffend - und brutal.«
Jan Brandt, Neon

»Sie erreicht eine Prägnanz und Genauigkeit, die in vielen verplapperten Büchern ihrer jungen Kollegen selten anzutreffen ist.«
Vladimir Balzer, Deutschlandradio

Außerdem erschienen von Svenja Leiber

Svenja Leiber: Schipino