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Miljenko Jergović: Ruth Tannenbaum

ORF Ö1 Lesetipp

ORF Ö1 Buch des Monats November 2019

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Miljenko Jergović
Ruth Tannenbaum

Roman
Aus dem Kroatischen von Brigitte Döbert

E-Book
ISBN: 978-3-7317-6165-5
€ 20,99

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Salomon Tannenbaum bezieht 1920 Prügel auf die Fußsohlen, weil er nicht mit den Empfindlichkeiten des noch jungen Königreichs Jugoslawien rechnet. Seither sitzt ihm die Angst in den Knochen. 1928 heiratet er die Frau mit den größten Augen, die Zagreb je gesehen hat, und wenig später wird Töchterchen Ruth geboren, deren Augen noch größer sind und die eines Tages wegen dieser Augen zum Kinderstar am Zagreber Nationaltheater wird. Als kroatische Shirley Temple feiert sie wahre Triumphe, Triumphe, die nicht nur ihr, sondern der ganzen Familie zu Kopf steigen. Als die Deportationen beginnen, ist es aus mit dem Ruhm und bald auch mit dem Leben.
Miljenko Jergović gelingt mit Ruth Tannenbaum ein fantastischer Roman über eins der finstersten Kapitel nicht nur der jugoslawischen Geschichte. Er setzt damit zugleich Lea Deutsch ein Denkmal, deren totgeschwiegenes Schicksal ihm den Anstoß zum Schreiben gab. Es ist das international erfolgreichste Buch dieses innerhalb wie außerhalb seiner Heimat bedeutenden Erzählers.

Rezensionen

»Der 53-jährige Miljenko Jergović wird als Nachfahre des serbischen Großmeisters der Fabulierkunst Bora Ćosić bezeichnet.«
Stefan Berkholz, WDR 3

»Kaum ein Geschichtsbuch könnte die unheilvolle Verstrickung von deutscher und kroatischer Historie so eindrucksvoll auf den Punkt bringen.«
Marcela Drumm, WDR 5 Scala

»Die im Roman stets anwesende Angst bildet einen eigentümlichen Kontrast zu Humor und Ironie. Dass diese Mischung funktioniert, ist Miljenko Jergović ebenfalls hoch anzurechnen.«
Daniel Henseler, FIXPOETRY

»Der Ton ist tragisch, aber auch mit dem epischen Atem eines Autors, der auch die großen Bögen des Erzählens beherrscht.«
Mario Scalla, hr2 kultur

»Wie der Autor die wankende Atmosphäre einer Gesellschaft erfasst, die Dramen ausbrütet, ist große schriftstellerische Kunst.«
Christine Hamel, Diwan BR 2

»Mit Ruth Tannenbaum ist Miljenko Jergović ein intensives Buch gelungen, witzig, manchmal bizarr und immer lebendig, im letzten Teil furchtbar und traurig.«
Anne-Kathrin Godec, Tageblatt

»Der beißende Humor sorgt für grelle Schminke. Der Erzähler liebt den drastischen Witz. En passant wird jugoslawische Kultur- und Zeitgeschichte in den Roman gewoben.«
Alfred Pfoser, Falter

»Das Porträt einer aufwühlenden Zeit, vom Ende des Ersten Weltkriegs bis in die Jahre der faschistischen Besetzung (…), von einem Inferno in die nächste Hölle.«
Lerke von Saalfeld, FAZ

»Er malt mit zahlreichen farbigen Abschweifungen ein Angstpanorama Kroatiens zwischen 1920 und 1943. (…) Eine Gesellschaftsanalyse, in der burleske, groteske, grausame, absurde Szenen einander abwechseln.«
Jörg Plath, ORF Ö1 Buch des Monats

»Meisterhaft verknüpft Jergović in seiner bitter ironischen Groteske ironische Zuspitzung mit herzzereißendem Realitätsbezug.«
Gisela Erbslöh, SWR2 Lesenswert

»Miljenko Jergović ist für seine meisterhaft präzise Ausleuchtung der menschlichen Schmuddelecken bekannt.«
Doris Akrap, taz

»Man kann sich der sagenhaften Erzähl-, ja Fabulierkunst, nicht entziehen. Jergovićs Sprache und Erzählweise ist von einem unnachahmlichen Bilderreichtum, von einer geradezu betörenden Poesie.«
literaturkritik.de

»Jergović analysiert Zagrebs Einwohner scharfsinnig und zeichnet ein üppiges Gesellschaftsporträt voll Missgunst und Furcht.«
Bücher Magazin

»Packend geschrieben mit schonungslosen Charakterisierungen und oft beißendem Humor liegt der Roman nun hervorragend übersetzt auf Deutsch vor.«
Lieselotte Jürgensen, ekz.bibliotheksservice

»Als ein moderner Joseph Roth lässt der bosnisch-kroatische Autor den ehemals habsburgischen und nun jugoslawischen Vielvölkerstaat in allem Reichtum und allen Ambivalenzen noch einmal auferstehen.«
Janika Gelinek, NZZ am Sonntag

»Packend bis zur letzten Seite.«
Barbara Busch, Mit Büchern um die Welt

»Wieder beweist Jergović seinen wunderbaren Sinn für Humor, für Lakonie und auch drastische Darstellungen. (...) Selten waren Freude an der Lektüre und Schmerz so dicht beieinander.«
Matthias Schümann, Lesart

»Eine messerscharf beschämende und zeitlose Analyse der Fremdenfeindlichkeit in Zagreb, in Kroatien und in ganz Mitteleuropa.«
Wolfgang Moser, bn.bibliotheksnachrichten

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