Linda Boström Knausgård: Oktoberkind

Die Arbeit der Übersetzerin am vorliegenden Text wurde im Rahmen des Programms »NEUSTART KULTUR« aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien vom Deutschen Übersetzerfonds gefördert.

Buch der Woche Kulturnews

Linda Boström Knausgård
Oktoberkind

Roman
Umschlagbild von Jarek Puczel
Aus dem Schwedischen von Ursel Allenstein

224 Seiten. Gebunden
€ 24,00   €[A] 24,70   
ISBN: 978-3-89561-124-7

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Wie es sich anfühlt, in einer Klinik aufzuwachen und der nächsten Elektroschockbehandlung entgegenzusehen – das ist selten Stoff für Literatur. Oktoberkind zeichnet den Weg einer Frau und Schriftstellerin nach, die an diesem Punkt um ihre Erinnerungen ringt. Die Therapie droht diese Erinnerungen, Triebfeder ihres Schreibens, auszulöschen. So bringt sie all ihren Mut auf, um sich alles zu vergegenwärtigen, die Kindheit in der Stadt, die Ehe mit einem berühmten Schriftsteller, das Leben auf dem Land, wo er aufblüht und sie verkümmert, die Geburt der vier Kinder, ihre eigene Arbeit als Schriftstellerin und welche Kraft sie darin findet. Unter den Bildern aus der Kindheit ist das vom Reiten im Ferienlager ein Lichtblick. Im wilden Galopp ist sie glücklich, aber bald muss sie wieder in die Stadt und in den Alltag zurück.
In ihrem autobiografischen und zugleich hoch poetischen Roman dringt Linda Boström Knausgård vor zu den Ursachen für ihren Schmerz und ihr Scheitern, aber auch zu Momenten der Stärke und des Glücks, die sie in kraftvolle, unvergessliche Prosa bannt.

Rezensionen

»Dieses Buch ist keine Abrechnung[,] sondern eine sensible, literarische Beschäftigung mit der Schicksalshaftigkeit der eigenen Vita.«
Thomas Andre, Hamburger Abendblatt

»›Oktoberkind‹ ist auch ein Liebesroman, wenn auch einer, der vom Scheitern und von Scheidung handelt. Dafür hat Linda Boström Knausgård eine präzise, hart zupackende, gefühlvolle, doch nie gefühlige Sprache gefunden.«
Jörg Magenau, Deutschlandfunk

»›Oktoberkind‹ ist ein Roman von eigensinniger literarischer Intensität. Ohne Tränen kommt man aus dem Buch nicht heraus.«
Lisa Kreißler, NDR Kultur

»Man kann ›Oktoberkind‹ aus Interesse am Ex lesen. Doch dass Linda mehr als ›die Ex-Frau von‹ ist, merken Leserinnen und Leser schnell.«
Michael Wurmitzer, Der Standard

»Es ist Literatur gegen ein patriarchales System von Ärzten, Lehren, Vätern und Ehemännern und dessen Folgen. Dem setzt Linda Boström Knausgård mit ›Oktoberkind‹ ein dichtes, poetisches Werk entgegen, das ebenso beklemmend wie auch berührend zu lesen ist.«
Kristine Harthauer, SWR2 Lesenswert

»Linda Boström Knausgård will in diesem autofiktionalen Roman nicht mit ihrem Mann abrechnen, sondern mit ihrer Krankheit. Sie hat dafür eine berückend melodiöse Sprache gefunden und eindrückliche Bilder.«
Claudia Ingenhoven, MDR Kultur Spezial

»Dieses Buch schmerzt, trifft ins Mark, erinnert an Tove Ditlevsen und Sylvia Plath, die mit den gleichen Dämonen zu kämpfen hatten. Und doch gibt es einem irgendwie Hoffnung [...].«
Jana Malucha, booksnotdead.de

»Ein stilistisch hartes Buch, mit sehr knapper Prosa [und] einer Eindringlichkeit, gerade, wenn es um die Krankengeschichte geht und um die Erinnerungen.«
Thomas Andre/ Rainer Moritz, Podcast »Next Book Please«

»Oktoberkind fließt dahin wie Wasser, mal als brausender Strom, mal zu Eis erstarrend. Beim Lesen wird man von seiner kühlen Kraft gepackt.«
Borås Tidning

»Wie berührend und zugleich erschütternd sich dieser Roman liest!
Linda Boström Knausgård erzählt klar, offen, voller Poesie und ohne ein einziges überflüssiges Wort.«
Jacqueline Masuck, Buchhandlung der divan in Berlin

»Ein Buch zum atemlosen Verschlingen. Eine Schriftstellerin kämpft auf der ›Geschlossenen‹ um ihre Sprache und um ihre Erinnerung und erschafft im Erzählen davon kompromisslose große Literatur. Sprachgewaltig und schmerzha ehrlich, nicht ohne der Situation absurde Komik abzugewinnen, bewegt sie sich dabei auf Augenhöhe etwa mit Tove Ditlevsen.«
Rainer Marquardt, Buchhandlung Reuffel in Koblenz

»Linda Boström schreibt in Oktoberkind um ihr Leben. Sie ringt um ihre Erinnerungen, Deutungshoheit, Selbstbestimmung und letztlich um Überlebenswillen. Mit ihrer schonungslosen, schönen Sprache zieht sie uns mit sich in die tiefste Dunkelheit und findet trotz allem hoffnungsvolle Lichtblicke.«
Nadine Kaufmann, Buchhandlung Neues Kapitel

»Von der ersten Seite an zog mich Linda Boström Knausgård in ihren Bann. Schonungslos erzählt sie in Oktoberkind die Geschichte ihrer psychischen Erkrankung. Den Drang, schreiben zu müssen, und die Angst, durch die immer wiederkehrende Behandlung die Erinnerung an alles Bedeutungsvolle zu verlieren. Eine Erzählung, die noch lange nachhallt.«
Andrea Tuscher, Buchladen am Markt in Offenbach

»Scheinbar zusammenhanglos wie im Fiebertraum, getrieben von der Angst vor einem Gedächtnisverlust, hat Linda Boström Knausgård die Bruchstücke ihres Lebens aufs Papier gebracht, die mir als Leserin durch ihren schnörkellosen Schreibstil nur umso mehr unter die Haut gehen. Keine egozentrische Selbstdarstellung, keine Abrechnung, sondern eine neue, beeindruckende Dimension autofiktionalen Schreibens.«
Maren Oberwelland, Thalia in Bad Zwischenahn

»Eine junge Frau, Mutter, Autorin kämpft um ihre Autonomie, Würde, Selbstachtung und ihre Erinnerungen. Selten las ich eine so eindringliche Beschreibung seelischer Not.«
Katrin Mirtschink, Pankebuch in Berlin

»Oktoberkind ist verstörend, beängstigend und zugleich hoffnungsvoll. Die Autorin schafft es, die verschiedenen mit einer Krankheit einhergehenden Stimmungsschwankungen in allen Facetten darzustellen, ohne diese wirklich zu nennen.«
Ina Bartels, Buchhandlung Dussmann in Berlin

»Was für ein eindringliches, sehr nahegehendes und ehrliches Porträt einer Schriftstellerin in seelischer Not. Ihr Schreiben verhindert die Auslöschung der Erinnerung. Boström Knausgård zu lesen ist ein Ereignis.«
Jens Müller, Buchhandlung Hugendubel in Frankfurt

»Es ist beachtlich, mit welcher Nähe aber auch Distanz Linda Boström Knausgård ihre eigene Geschichte aufrollt. Ihr neuer Roman ist ein Erinnerungsstrom voller Brüche, der unter der Oberfläche brodelt.«
Antje Höft, Buchhandlung Heymann in Hamburg Eppendorf

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