Juli Zeh: Die Stille ist ein Geräusch

Autor des Jahres 2002
Rang 6 (Buchkultur)

Hölderlin-Förderpreis

Ernst-Toller-Preis 2003

Juli Zeh
Die Stille ist ein Geräusch

Eine Fahrt durch Bosnien
Reise Bosnien

264 Seiten. Gebunden
€ 19,90   €[A] 20,50   
ISBN: 978-3-89561-055-4

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Juli Zeh fährt im Sommer 2001 nach Bosnien: allein, nur ihr Hund als Begleitung. Sie fährt durch ein zerstörtes Land, einen Kriegsschauplatz, bis heute durch zahllose Minenfelder das gefährlichste Terrain Europas.
Entstanden ist eine der eindringlichsten Reiseschilderungen, geschrieben von einer Autorin, die zeigt, »dass die Darstellung der Wahrheit immer noch eine lohnende Sache sein kann« (Peter Henning in der Weltwoche).

Aufgebrochen ist die Autorin, um nachzusehen, ob »Bosnien-Herzegowina ein Ort ist, an den man fahren kann. Oder ob es zusammen mit der Kriegsberichterstattung vom Erdboden verschwand.« Von den mitgebrachten Rätseln - »Wo wachsen die Melonen. Wer hasst wen und wie sehr.« - hat sie am Ende der Reise keine gelöst. Trotzdem haben Land und Landschaften, die Geschichte und Geschichten der Menschen eine Menge Antworten gegeben, die von Juli Zeh mit leichter Hand und scheinbar beiläufig festgehalten werden: »An der Stelle, wo der Hund gern badet, setze ich mich auf den Betonsockel und lege die Postkarte aufs Knie. Schließlich schreibe ich: ›Bin in Mostar. Hier ist es auch nicht anders als anderswo.‹ In das Feld für die Adresse schreibe ich ›Deutschland‹ und lasse es ansonsten frei.«

Rezensionen

»Juli Zeh gelingt das Paradox, das versehrte, entzauberte Bosnien momentweise in einen prekären Zustand poetischer Gnade überzuführen.«
Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung

»Ein bemerkenswertes Stück Literatur. Gestellt in eine Tradition, zu der etwa Tucholskys Pyrenäenbuch und die Reisereportagen Koeppens zählen (...).«
Die Welt

»Juli Zeh sprengt die literarischen Genres und schafft eine kleine Kostbarkeit.«
Frankfurter Neue Presse

»Das Genre des Reiseberichts läßt ihr genügend Raum, zu zeigen, was sie wirklich kann: präzise schreiben.«
stern

»Das Land hat Juli Zeh verdient: Sie ist die erste deutsche Autorin, der ideologische Spiegelfechtereien ebenso fern liegen wie die gedankliche Unschärfe.«
Freitag

»Ihre bosnischen Impressionen haben denselben ›drive‹, sind von derselben sensiblen Eindringlichkeit wie ihr Debütroman: sachlich, unprätentiös, von verhaltener Leidenschaft, spröder Poesie.«
Badische Zeitung

»Ihr Buch öffnet die Augen für die Rätsel eines Krieges und eines prekären Friedens jenseits der gängigen Ideologien, die für alles (...) einen Schuldigen bereitstellen.«
Focus

»Mit diesem erstaunlichen und enorm lohnenden Text bestätigt Juli Zeh ihr grosses und eigenwilliges literarisches Talent nachhaltig.«
Aargauer Zeitung

»Ein Weltklartext voller Welthingabe und viel Zärtlichkeit im Detail.«
Mitteldeutsche Zeitung

»Juli Zeh, blitzgescheit, eines der größten Sprachtalente der letzten Jahre.«
Bayerischer Rundfunk

»Ein kleines, exzellentes Meisterwerk ist ihr da gelungen.«
Buchmarkt

»Überhaupt hat diese Autorin einen wunderbar lakonischen Ton zur Hand. Unerträgliche Momente verknappt sie mit Understatement in schlagende Bilder.«
Basler Zeitung

»Ein neuer, ein nüchterner und ein höchst erhellender Blick auf den Balkan.«
Stuttgarter Zeitung

»Mit (...) Die Stille ein Geräusch setzt Zeh nach Ansicht der Jury die Tradition der sozialkritischen und politischen Reiseschilderungen Ernst Tollers in der Gegenwart fort.
Ernst-Toller-Preis 2004, Die Jury

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