Jens Rehn: Nichts in Sicht

Jens Rehn
Nichts in Sicht


164 Seiten. Gebunden.
€ 18,90   €[A] 19,50   
ISBN: 978-3-89561-147-6

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»Die Dünung war vollständig eingeschlafen. Die Sonne brannte auf die reglose See. Über dem Horizont lag leichter Dunst. Das Schlauchboot trieb nur unmerklich. Der Einarmige beobachtete unablässig die Kimm. Der Andere schlief. Es war nichts in Sicht.«

So beginnt eines der beeindruckendsten Bücher über den Krieg und dessen letzte Konsequenz: das Sterben in großer Einsamkeit.
Ein deutscher U-Boot-Matrose und ein amerikanischer Pilot treiben in einem Schlauchboot im Atlantik; der Amerikaner – schwer verwundet – stirbt am dritten Tag, der Deutsche verdurstet eine Woche später qualvoll: »Die See zeigt sich unbewegt und ohne Anteilnahme, wer auf ihr herumtreibt.«
Ohne Sentimentalität oder Pathos beschreibt Jens Rehn Menschen in der extremsten Situation: dem Tod ausgeliefert, ohne jede Hoffnung, nichts in Sicht.

Als NICHTS IN SICHT 1954 erstmals erschien, war es Gottfried Benn, der das Buch »rebellisch, zynisch, genialisch« nannte. Siegfried Lenz urteilte: »hinreißend, unerbittlich«.

»Jedenfalls muß mit Nachdruck gesagt werden: Das Buch NICHTS IN SICHT sollten wir, dürfen wir nicht vergessen: es ist beides in einem – ein zeitgeschichtliches und ein künstlerisches Dokument.«
Marcel Reich-Ranicki, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Rezensionen

»Der Leser wird dem Bann des Buches verfallen. Er wird Stimmen hören (...) Jens Rehns Protokoll des Endes findet ohne Pathos statt, lakonisch, zynisch.«
Iris Denneler, Neue Zürcher Zeitung

»O-Ton der Nachkriegszeit. Ein bemerkenswertes Dokument.«
Christoph Bartmann, Süddeutsche Zeitung

»Ein Roman über den Zweiten Weltkrieg, der diesen in gnadenloser Überschärfe zeigt. (...) Man versteht schnell, warum Gottfried Benn den Roman außerordentlich schätzte.«
Ursula März, SWR-Bestenliste

»Es ist kaum eine literarische Erzählung denkbar, die die Widersprüche des modernen Gottesdiskurses schärfer und anschaulicher darstellte.«
Ursula März, Frankfurter Rundschau

»Ich empfehle NICHTS IN SICHT von Jens Rehn. Fast ein halbes Jahrhundert nach seiner Erstveröffentlichung ist der Roman immer noch ein brisantes Meisterwerk.«
Michael Bauer, Literatur-Tipp, Focus

»Großartige, bewegende und vor allem zeitlose Literatur«.
Ralf Bosen, Deutsche Welle

»Unter den 52 Besten Büchern«
Radio DRS 2

»Sensationelle Neuausgabe: Knapp fünfzig Jahre nach seinem Erscheinen wird nun das - für jeden, der es gelesen hat, absolut unvergessliche Werk - dem Verschwinden entrissen. (...) Gespenstisch präzise (...)«
Westdeutsche Zeitung

»Dieser alte Text lässt viele Ergüsse hoch gehandelter Jungautoren vergleichsweise blass und farblos erscheinen.«
Gunther Nickel, Stuttgarter Zeitung

»Ein beispielloses Buch (...), verlangt starke Nerven. Das Grauenhafte im Krieg ist bisher selten so suggestiv (weil indirekt, fast ohne äußeren Lärm) deutlich geworden.«
Südwest Presse

»Die Geschichte hat nichts von ihrer Faszination eingebüßt«.
Kieler Nachrichten

»Auch 50 Jahre nach dem ersten Erscheinen eine großartige Parabel des Existenzialismus.«
Bielefelder

»Das Großartige an diesem Buch ist (...) die Symbolik des Ganzen. Ein grandioses Buch! Eine Singularität in der deutschen, ein Ereignis in der gesamten Weltliteratur.«
Konkret

»Eines der wichtigsten epischen Dokumente des vergangenen Krieges (...), ausgeglüht, gehärtet, gnadenlos genau, als ob (...) mit einem Dolch geschrieben (...).«
Siegfried Lenz, Hamburger Anzeiger, Oktober 1955

»Rebellisch, zynisch, genialisch – ein erster Wurf. Vor allem wir alten (...) Schriftsteller wollen uns freuen, daß ein junger (...) Autor diese Seiten schrieb, und (...) diesen (...) lange nachsinnen.«
Gottfried Benn

»Der Leser kann nicht anders, er wird vom harten Geschiebe dieser Sätze mit hineingerissen in die ganz irrsinnigen Hoffnungen der beiden Männer.«
Martin Walser, 1955

»Es ist eine großartige Geschichte. Jens Rehn ist ein sehr stiller, verhaltener Erzähler. Wir werden hoffentlich noch viel von ihm erwarten dürfen.«
Helmut M. Braem, Stuttgarter Zeitung, 19. März 1955

»Ein Buch für Freunde bedeutender Literatur. Dieser Jens Rehn ist schon mehr als eine Hoffnung.«
Richard Kirn, Frankfurter Neue Presse, 7. Juli 1955

»Stark und überzeugend.«
Welt am Sonntag, 3. Juli 1955

»Ein neuer Mann (...). Eine erstaunliche Erstlingsarbeit von männlicher Überlegenheit. Man soll auf diesen Autor weiter achten. Mag sein, daß uns da eine neue Stimme zuwächst.«
Friedrich Luft, Neue Zeitung, 9. Januar 1955