Jan Wilm
Winterjahrbuch

Roman

456 Seiten. Gebunden. Lesebändchen
€ 24,00   €[A] 24,70   
ISBN: 978-3-89561-497-2

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Er ist ein fremder Gast unter Palmen, am Meer, in einer Stadt, in der immer die Sonne scheint, und das ist sein Unglück. Jan Wilm ist ein perspektivloser Philologe, der aus dem deutschen Wissenschaftsbetrieb ausgeschieden ist und – um die Arbeitslosigkeit hinauszuzögern – ein fremdfinanziertes Forschungsjahr in Los Angeles verbringt. Der Gegenstand seiner Untersuchung ist – ausgerechnet in Kalifornien – Schnee. Wilm soll durch die Jahreszeiten hinweg den Nachlass des verschollenen Schnee-Fotografen Gabriel Gordon Blackshaw (*1898 †1950) sichten. Doch wie ein Buch über Schnee schreiben an einem Ort, an dem es nie schneit? Wie eine verlorene Frau vergessen, die einen an die Heimat bindet, weil man sie noch lieben muss und nicht vergessen möchte?
Verlust, Selbstverlust, Tod und Verortung in der Welt – wie lässt sich dafür eine Sprache finden, die gleichzeitig archiviert und auslöscht? Jan Wilms Roman unternimmt diesen Versuch. So meisterlich wie neu erweitert er die Möglichkeiten von Literatur, weist eindringlich in die Zukunft und zeigt dabei immer die Schultern der literarischen Riesen, auf
denen wir stehen.

Rezensionen

»Was Uwe Johnson bei New York erreichte, ist Jan Wilm mit Los Angeles gelungen: Er hat sich die Stadt zu eigen gemacht. Sein Tagebuch-Roman ist ein Meisterwerk der Metafiktion, angetrieben von Metasehnsucht.«
Joshua Cohen

»Die mich immer faszinierende, aber so gut wie unbeachtete Arbeit des kalifornischen Schnee-Fotografen Gabriel Gordon Blackshaw erfährt in Jan Wilms Winterjahrbuch eine bewegende und außerordentlich interessante Würdigung.«
Christian Kracht

»Das Winterjahrbuch ist eine großartige Hommage auf Los Angeles, den Schnee, die Literatur und all das Dazwischen, das das Leben ausmacht.«
Marius Müller, Buch-Haltung

»Wilm zieht die ästhetischen Konsequenzen aus seinen sprach-, subjekt- und wissenschaftskritischen Überlegungen. (...) Der Roman versucht, die Grenzen zwischen Philologie und Literatur konsequent zu verwischen.«
Kai Sina, FAZ