David Albahari: Kontrollpunkt

David Albahari
Kontrollpunkt

Roman
Aus dem Serbischen von Mirjana und Klaus Wittmann

184 Seiten. Gebunden. Lesebändchen.
€ 18,95   €[A] 19,50   
ISBN: 978-3-89561-426-2

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Eine Gruppe von Reservisten wird nachts zu einer einsamen Schranke im Wald gebracht und dort alleingelassen. Keiner von ihnen weiß, was und wen sie an dem Kontrollpunkt beobachten, gegen wen und warum sie kämpfen sollen. Die namenlosen Soldaten wissen nicht einmal, ob der Krieg noch andauert. Ohne Kontakt zur Außenwelt sind sie allein ihrem Kommandanten unterstellt.
In dieser kafkaesken Situation kommt es zu merkwürdigen Begegnungen mit Flüchtlingen, mit einer Meute von Kriegsberichterstattern, zu Orgien und Massenvergewaltigungen sowie zu mysteriösen Morden. Am Ende bleibt nur der Kommandant übrig. Doch nachdem er eben noch in einer Baumkrone ausgeharrt hat, findet er sich plötzlich in seiner Wohnung wieder, wo er über den Bildschirm in ein Gespräch mit der Moderatorin einer Reality Show verwickelt wird.
Eindringlicher als reale Berichte über Kriegsgräuel vermittelt KONTROLLPUNKT auf schaurig-komische Weise ein Gefühl von der Sinnlosigkeit des Krieges, der Verlorenheit des Einzelnen und der Entmenschlichung der Gesellschaft.

Rezensionen

»Eine grosse Kakofonie, die auf grotesk-komische Weise alles vereinigt, was Literatur an Lächerlichem und Erhabenem, an Schönem und Schrecklichem, an Subtilem und Exaltiertem birgt.«
Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung

»Die eigentliche Provokation von KONTROLLPUNKT könnte jedoch darin liegen, dass das Buch über den rein jugoslawischen Kontext hinausgeht, den die Herkunft des Autors nahelegt.«
Judith Leister, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Ein literarisches Kleinod, unheimlich grotesk, ein Statement gegen Entmenschlichung und die Sinnlosigkeit des Krieges.«
Arno Renggli, Neue Luzerner Zeitung

»Seit zwanzig Jahren schreibt David Albahari absatzlose Romane. Als schmale Fragmente (...) fügt er sie (...) zu einem der bedeutendsten Prosawerke in der europäischen Gegenwartsliteratur.«
Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

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