David Albahari: Das Tierreich

David Albahari
Das Tierreich

Roman
Aus dem Serbischen von Mirjana und Klaus Wittmann

160 Seiten. Gebunden. Lesebändchen.
€ 20,00   €[A] 20,60   
ISBN: 978-3-89561-428-6

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Vier junge Männer finden scheinbar zufällig während ihres Militärdienstes bei der Jugoslawischen Volksarmee zueinander. Ihr Anführer Dimitrije Donkić gibt allen Tiernamen und nennt seine Gruppe das »Tierreich«. Was anfänglich harmlos aussieht, ändert sich, als Miša dazu stößt: Er war maßgeblich an den Studentenunruhen in Belgrad 1968 beteiligt, aber das weiß nur der Tiger. In Aufzeichnungen, die dieser hinterlässt, um einen Mord zu ergründen, treibt ihn die Frage um, ob und von wem Miša enttarnt wurde. Seine eigene Rolle in dem tödlichen Spiel wird dem Tiger zunehmend unklar, und bald verliert er als Autor der Geschichte jegliche Gewissheit. Der Protest der Studenten scheint manipuliert und der Sieg der Mächtigen unaufhaltsam: »Alles bestätigte endgültig, dass die Zukunft nicht mehr das war, was sie früher war, und dass selbst die Vergangenheit nicht ganz sicher vor Veränderungen sein konnte.«
In der Tradition abgründig kommentierter Texte von Nabokovs Fahlem Feuer bis Ecos Der Name der Rose erzählt David Albahari vom verführerischen Sog des Bösen.

Rezensionen

»In der Parteiendiktatur unterliegt auch die Geschichtsschreibung dem immer bewegten Linienkampf.«
Elke Schmitter, Der Spiegel

»Albaharis kristalline Prosa, die seine Übersetzer Mirjana und Klaus Wittmann auch hier in ein glänzendes Deutsch brachten, funkelt vor Zweideutigkeit.«
Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

»Um Politik und Zufall geht es in dieser feingesponnenen Intrige, um Freundschaft, Feigheit und Verrat.«
Badische Zeitung

»Nichts ist sicher in diesem Roman. Bis zuletzt. Die Verstörung ist bei Albahari Programm.«
Nicola Steiner, SRF

»David Albahari aber beweist auch mit diesem Buch, was für ein großartiger Romancier er ist.«
Marko Martin, Die Welt

»Albahari könnte keine konkretere Geschichte schreiben (...) – die zugleich weiter über sich hinaus in unser aller Leben ragte.«
Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

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