Bora Ćosić: Lange Schatten in Berlin

Bora Ćosić
Lange Schatten in Berlin

Mit zahlreichen Fotografien von Lidija Klasić
Nachwort von Herbert Wiesner
Aus dem Serbischen von Brigitte Döbert

160 Seiten. Gebunden. Lesebändchen.
€ 16,95   €[A] 17,50   
ISBN: 978-3-89561-586-3

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»Auch Berlin ist ein Zustand.« Unter diesem Motto schreibt Bora Ćosić seine Erinnerungen an EINE KURZE KINDHEIT IN AGRAM fort, die in seiner Exilheimat Berlin LANGE SCHATTEN wirft. In einer Reihe kurzer, an Walter Benjamin geschulter Reflexionen umkreist Ćosić Alltagsphänomene der Großstadt und ihrer Architektur als vieldeutige Zeichen der europäischen bürgerlichen Kultur und des Schreibens. Dabei spürt er in Details wie dem Grundriss seiner eigenen Altbauwohnung, einer Gebäudefassade, einer Tür oder eines Aufzugs Metaphern für die moderne Psyche und Gesellschaft auf. So setzt er Berlin als Inbegriff des 20. Jahrhunderts in einer Art philosophischer Ausgrabung neu zusammen. Skeptisch gegenüber totalitären Geltungsansprüchen, betont er das Subjektive und Tentative seiner eigenen Betrachtungsweise, die die Dinge nur in Gestalt ihrer langen Schatten erfassen kann. Bora Ćosić folgt in diesem Buch nicht nur den Schatten auf gewöhnlichen Gebäudemauern. Er erzählt in seinem unverwechselbaren ironischen und lakonischen Stil auch von der Mauer durch Berlin, dem geteilten Deutschland und von deren Ursachen in der europäischen Geistesgeschichte.

Rezensionen

»Ein Buch, das langsam gelesen werden sollte, damit sich seine stille Poetik richtig entfalten kann.«
Katharina Borchardt, SWR2 Forum Buch

»Eine Welt mit eigenen Koordinaten und Ausblicken, Gedankenwegen und Sprachbewegungen, die nicht nur in der serbischen, sondern in der gesamteuropäischen Literatur einzigartig ist.«
Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung

»Vergangenheitsbewusst, mit scharfem Blick für die Gegenwart und sprachlich von ungeheurer Präzision. Europäische Literatur vom Feinsten.«
Andreas Wirthensohn, Wiener Zeitung

»Voller Leidenschaft präsentiert Ćosić dem Leser seine Schätze und Trouvaillen, (...) um zu zeigen, wie sehr es sich lohnt, den Sinn zu schärfen für das Partikulare.«
Simon Strauss, Die Zeit

»Das Bezaubernste an Ćosićs Prosa ist der immer präsente Gedanke, dass er alle Gegenstände am liebsten aus der Perspektive eines anderen, vielleicht eines Nachbarn, betrachten würde.«
Luxemburger Tageblatt

»Sehr zu empfehlen.«
Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

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