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»Im Mittelpunkt die Autoren«
Zehn Jahre Schöffling & Co.
»In Frankfurt am Main wurde im vergangenen Monat ein neuer literarischer Verlag gegründet; die Firmierung lautet: Schöffling & Co. GmbH. (...) Ausschlaggebend für die Gründung des Verlages war das Vertrauen der Autoren, die ihre künftigen Bücher bei Schöffling & Co. produzieren werden. Wir brauchen auch weiterhin den überschaubaren literarischen Verlag, der für seine Autoren arbeitet und für den die Autoren und ihre Werke im Mittelpunkt stehen.«
Frankfurt am Main, im November 1993
(Aus der Presseerklärung zur Gründung des Verlages)
Von »einem Märchen in diesen grauen Tagen« schrieb der SPIEGEL Anfang 1994 zur Verlagsgründung - aus dem Märchen wurde innerhalb der letzten zehn Jahre einer der wenigen unabhängigen literarischen Verlage, die in einer sich zunehmend konzentrierenden Verlagslandschaft bestehen und konsequent ihrer Maxime folgen: Im Mittelpunkt die Autoren.
»Mach einen Verlag. Machs gut, machs so, daß meine ausgezeichneten Manuskripte ausgezeichnete Bücher werden und viele Leser, begeisterte Kritiker und massenweise Literaturpreise kriegen. Mehr will ich nicht!«, schrieb Burkhard Spinnen im November 1993 an Klaus Schöffling. Neben Spinnen waren 1993 u.a. Eva Demski, Reinhard Kaiser, Klaus Hensel und Ror Wolf an der Gründung des neuen Verlags beteiligt.
Ein kurzer Überblick über die Verlagsgeschichte
1994
Gründung von Schöffling & Co., der Verlag setzt die Arbeit der von Klaus Schöffling, Ida Schöffling und Ulrich Sonnenberg gegründeten Frankfurter Verlagsanstalt fort.
Im ersten Programm neue Bücher von Burkhard Spinnen, Eva Demski, Klaus Modick, ein Lyrikdebut, die große Elizabeth von Arnim-Biographie und eine neue Ausgabe VON BÜCHERN & MENSCHEN.
Helga M. Novak überträgt sämtliche Rechte an ihrem bisherigen wie dem kommenden Werk. Im September wird sie mit dem Gerrit Engelke-Preis der Stadt Hannover, im Oktober mit der Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung Weimar ausgezeichnet.
Reinhard Kaiser erhält das Literaturstipendium der Märkischen Kulturkonferenz.
1995
Im Frühjahr erscheint der Roman EOS’ GELÜST von Reinhard Kaiser, dem die Kritik bescheinigt, den tollkühnen Mut zu besitzen, »seine Leser unterhalten zu wollen«. Im Zentrum des Herbstprogramms stehen die Romane LANGER SAMSTAG von Burkhard Spinnen und BRABANT von Hans Pleschinski. Die Literaturkritik ist sich einig: »Burkhard Spinnen setzt einen neuen Maßstab« (FAZ); »...ein unterhaltsamer, bestens geschriebener und dabei blitzgescheiter Roman.« (Martin Lüdke, Frankfurter Rundschau). Hans Pleschinski wird mit dem Tukan Preis der Landeshauptstadt München ausgezeichnet.
Zum ersten Mal und von nun an jährlich erscheint der LITERARISCHE KATZENKALENDER.
1996
Im Januar 1996 steht LANGER SAMSTAG von Burkhard Spinnen auf Platz 1 der Bestenliste des Südwestfunks. Im Oktober wird Burkhard Spinnen mit dem Kranichsteiner Literaturpreis ausgezeichnet. Das Ereignis des Herbstes ist Reinhard Kaisers Buch KÖNIGSKINDER. Es wird mit dem Tagebuch von Anne Frank verglichen und ist auch international ein Erfolg.
1997
Der Verlag übernimmt im März die Rechte und Bestände des Debuts von Burkhard Spinnen DICKER MANN IM MEER. Es erscheinen neue Romane von Jochen Schimmang und Klaus Modick.
Im Mittelpunkt des Herbstprogramms steht ein neuer, großer Roman von Eva Demski: DAS NARRENHAUS. »In Romanen erster Klasse muß man sich verlieren können, ohne verloren zu gehen - Eva Demski hat einen geschrieben« (Stephan Opitz, Die Woche). Gleichzeitig erscheint die erwartete Jane Austen-Biographie von Elsemarie Maletzke: »bis ins Detail informiert, aber niemals pedantisch, anschaulich, ohne jemals ins allzu kolorierte zu geraten« (Elke Schmitter, Die ZEIT).
Im Oktober wird Reinhard Kaiser für sein Buch KÖNIGSKINDER mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.
Helga M. Novaks SILVATICA ist das Buch des Monats November der Darmstädter Jury. Im Dezember erhält Helga M. Novak den Brandenburgischen Literaturpreis.
1998
Das erste Mal erscheint ein Klassiker in Neuausgabe: BLANCHE ODER DAS ATELIER IM GARTEN von Paul Kornfeld. »Ein sprachlich glanzvoller Roman, mit einer Intensität der Sprache geschrieben, die mich verblüfft«, urteilt Marcel Reich-Ranicki. BLANCHE ODER DAS ATELIER IM GARTEN steht im September auf der Bestenliste des Südwestfunks und ist Buch des Monats der Darmstädter Jury. Aufgrund des großen Erfolgs erscheinen nun regelmäßig Wiederentdeckungen großer Autoren des 20. Jahrhunderts.
Im Herbst erscheint der zweite Roman von Sebastian Faulks sowie eine erweiterte Neuausgabe der Biographie DAS LEBEN DER BRONTËS von Elsemarie Maletzke.
1999
Im Januar übernimmt Eva Demski die Stiftungsgastdozentur Poetik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Im Mai erhält Burkhard Spinnen den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.
DIE SCHATTENBOXERIN von Inka Parei wird im Herbst zu einem großen Erfolg bei Lesern und Kritikern: »Dieses Debut ist ein Versprechen« (FAZ), »eine Glanzleistung« (SZ). Im September steht DIE SCHATTENBOXERIN auf Platz 1 der Bestenliste.
Im Lexikonformat liegt die erweiterte Ausgabe von RAOUL TRANCHIRERS VIELSEITIGER GROSSER RATSCHLÄGER FÜR ALLE FÄLLE DER WELT von Ror Wolf vor.
Ebenfalls im Herbst präsentiert der Verlag auf über 800 Seiten die gesammelten Gedichte von Helga M. Novak: »Eine der wahren Dichterinnen unserer Zeit« (Die ZEIT).
2000
Das Ereignis des Herbstes sind die Aufzeichnungen der Helene Holzman »DIES KIND SOLL LEBEN«. Die Herausgeber Reinhard Kaiser und Margarete Holzman werden dafür mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet: »Als authentische Chronik, aber auch als tief berührendes individuelles Zeugnis steht es neben den Tagebüchern von Anne Frank und Victor Klemperer« (aus der Begründung der Jury). Das Buch erreicht rasch mehrere Auflagen und wird auch international stark beachtet.
Burkhard Spinnens Roman BELGISCHE RIESEN wird sofort zu einem großen Erfolg und in zehn Sprachen übersetzt.
Seit dem Spätsommer von nun an jährlich: DER LITERARISCHE REISEKALENDER, herausgegeben von Elsemarie Maletzke.
Im Oktober wird Inka Parei mit dem Hans-Erich-Nossack-Förderpreis ausgezeichnet.
Burkhard Spinnen wird Stadtschreiber der Stadt Offenbach.
2001
Zum 100. Geburtstag von Martin Kessel im April erscheint die Neuausgabe des Romans HERRN BRECHERS FIASKO und wird zu einem überragenden Erfolg. »Dieses Buch ist eines der großen Sprachkunstwerke des 20. Jahrhunderts, ranggleich mit Döblins ›Berlin Alexanderplatz‹ (NZZ)
Der Verlag kapituliert vor weißrussischen Akkordeonspielern, Maifesten und Weihnachtsmärkten und zieht aus der Innenstadt in das Hinterhaus der Kaiserstraße 79.
Im Herbst treten gleich zwei Debutanten auf: Markus Orths mit seinen Erzählungen WER GEHT WO HINTERM SARG? und Juli Zeh, deren Roman ADLER UND ENGEL das bislang erfolgreichste Buch des Verlages und ein Welterfolg – bisher in 23 Sprachen übersetzt – wird. Die Kritik ist sich einig: »Für eine solch bittere und zugleich eisige Zeitkritik haben Bret Easton Ellis und Michel Houellebecq eine Bresche geschlagen. Auf ihre Weise marschiert Juli Zeh da nun ebenfalls hindurch. Ihren Roman hat sie mit Einfallskraft, Gegenwartsbewußtsein und großer Intelligenz auf diese Ebene hinaufgeschrieben.« (Die ZEIT)
Mit einer Neuübersetzung von Elizabeth Bowens DER LETZTE SEPTEMBER beginnt der Verlag das Projekt einer Werkausgabe der großen irischen Autorin.
In der Reisereihe erscheinen ENGLISCHE LANDSCHAFTEN von Peter Sager und MAMA DONAU von Eva Demski: »Mama Donau gehört zum Schönsten, was diese originelle, den Blick kritisch-amüsiert aufs Reale richtende Romanautorin, Reporterin und Reiseschriftstellerin je aufs Papier gebracht hat.« (SZ)
Im November erhält Burkhard Spinnen den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis für seinen Roman BELGISCHE RIESEN. Die Jury bezeichnet Spinnens Buch als »Ausnahmeroman, der sich in der Reihe der großen europäischen kinderliterarischen Texte einordnen läßt«.
Kurz vor Jahresende kommt Margit Schreiner mit ihrem bisherigen und dem zukünftigen Werk in den Verlag.
2002
Rudolf Lorenzens Roman ALLES ANDERE ALS EIN HELD erscheint auf der Bestenliste des Südwestrundfunks. »Wie es wirklich war als Jahrgang 1922, wenn man unter Hitler aufwuchs, dann in den Krieg und später ins Wirtschaftswunder geriet, das erfuhr man damals aus zwei Büchern: DIE BLECHTROMMEL von Günter Grass und ALLES ANDERE ALS EIN HELD von Rudolf Lorenzen.« (SZ)
Es erscheint der Reisebereicht DIE STILLE IST EIN GERÄUSCH von Juli Zeh sowie der erste Roman von Markus Orths: CORPUS. Paulus Böhmer legt mit KADDISH I-X sein opus magnum vor und wird von der Presse gefeiert. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht LOOK AT ME, der zweite Roman von Jennifer Egan.
Juli Zeh wird mit dem Deutschen Bücherpreis für das erfolgreichste Debut, dem Rauriser Literaturpreis und dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises ausgezeichnet; Markus Orths erhält den Förderpreis des Marburger Literaturpreises.
2003
LEHRERZIMMER, der zweite Roman von Markus Orths, erreicht neun Auflagen: »Eine absurde Groteske, ein satirischer Amoklauf. Orths' Satire wird in vielen Lehrerzimmern auf zustimmendes Kopfnicken und verschwörerisches Lächeln stoßen.« (FAZ) »Eine fulminante Satire – ein an Wortwitz und Slapstick überreicher Roman.« (SZ) Markus Orts wird mit dem Förderpreis Literatur des Landes NRW ausgezeichnet.
Arthur Phillips’ Roman PRAG begeistert Leser und Kritiker: »Lange geschah nichts, aber jetzt ist der große und wahrscheinlich nie mehr zu überbietende Amerikanische Expat-Roman tatsächlich erschienen.« (SZ) Im Herbstprogramm erscheint neue Prosa von Margit Schreiner – und von nun an jährlich DER LITERARISCHE GARTENKALENDER.
Burkhard Spinnen erhält für DER SCHWARZE GRAT. Die Geschichte des Unternehmers Walter Lindenmaier aus Laupheim den Herbert Quandt Medien-Preis 2003. Das Unternehmermagazin impulse bewertet die wichtigsten »Business-Romane« und wählt Burkhard Spinnens DER SCHWARZE GRAT auf Platz 1. Die Financial Times vergibt den Spezialpreis der Jury.
Inka Parei wird mit dem Ingeborg Bachmann-Preis und dem Publikumspreis ausgezeichnet. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Bachmann-Preises, daß beide Preise an einen Autor gehen.
Die Literaturkommission der Stadt Zürich zeichnet Nadine Hostettler mit einem Werkjahr für ihren Roman DIE LETZTE HEMMUNG aus; Reinhard Kaiser erhält den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld, Juli Zeh wird mit dem Hölderlin-Förderpreis und dem Ernst-Toller-Preis geehrt.
2004
WIE VIEL VÖGEL, das Debut von Franziska Gerstenberg, wird zum Ereignis: WIE VIEL VÖGEL ist ein exzellentes Debut mit poetisch genauen Momentaufnahmen aus dem neuesten Deutschland.« (NZZ), »Hut ab, was für ein Talent.« (Die Literarische Welt). Für den 60. Geburtstag von Eva Demski im Mai wird eine große Geburtstags-Gala in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk veranstaltet. Eva Demski erhält die Goethe-Plakette des Landes Hessen.
Während der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt wird Arne Roß mit dem Preis der Jury für einen Auszug aus seiner Erzählung PAULS FALL ausgezeichnet, das Buch wird 2005 bei Schöffling & Co. erscheinen.
Im Herbst feiert Schöffling & Co. sein 10-jähriges Jubiläum – mit vielen Jubiläumsveranstaltungen im Buchhandel und einem großen Fest im Rahmen der Frankfurter Buchmesse. Im Mittelpunkt aber stehen die Autoren und ihre Bücher: Juli Zehs langerwarteter zweiter Roman SPIELTRIEB, Burkhard Spinnen mit neuen Geschichten, Jana Scheerers Debut MEIN VATER, SEIN SCHWEIN UND ICH (für das sie mit dem Literaturpreis PrenzlauerBerg ausgezeichnet worden ist), ein neuer Roman von Elizabeth Bowen, neue Gedichte von Paulus Böhmer. Mit der ESKIMOROLLE sind jetzt alle Bücher von Margit Schreiner bei Schöffling & Co. lieferbar.
Hinzu kommen zahlreiche Auszeichnungen und Preise: Margit Schreiner wird mit dem Kulturpreis des Landes Oberösterreich geehrt; Burkhard Spinnen erhält den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld; Franziska Gerstenberg den Förderpreis Literatur des Landes Niedersachsen; Juli Zeh wird mit dem Stipendium Inselschreiber Sylt ausgezeichnet. |