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Ulrike Almut Sandig löste mit ihren Gedichten bereits Begeisterung bei Lesern und Kritikern aus. In ihrem Prosa-Debut setzt sie mit bewundernswerter Sicherheit und Präzision auf zweierlei: das Spiel mit der Erinnerung und die Gestaltungskraft der Phantasie, durchaus mit märchenhaften Zügen.
ALLE LICHTER zeigt die Kunst von Nadja Küchenmeister, die wunderbare Landschaftlichkeit ihrer Lyrik, eine stets aufs Genaueste austarierte Grenze zwischen Poesie und Erzählen. Das sind moderne Gedichte, die niemals ihr Herkommen aus der großen Tradition lyrischen Sprechens und Schreibens verleugnen, ganz von heute und auf das Kommende verweisend.
Die Reise führt nach Südamerika und in die Antarktis, nach New York und Amsterdam, an die Orte seiner Kindheit und Familie, auf den Mond und zurück. Poetische Reisebetrachtungen wechseln in diesen klugen und zugleich unterhaltsamen Beobachtungen ab mit Exkursionen in die Kunstgeschichte, Erinnerungen an Strandurlaube und Clubkonzerte mit Überlegungen zu Leben und Literatur.
Miroslav Nemec liest aus Miljenko Jergovićs’ Roman FREELANDER
Ein literarisches Road-Movie: Der pensionierte Gymnasiallehrer für Geschichte Karlo Adum erhält ein Telegramm, das ihn zu einer Testamentseröffnung in seine Geburtsstadt Sarajevo zitiert. Widerwillig und eigens mit einer Pistole bewaffnet, verlässt er Zagreb und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise.
Der junge kolumbianische Journalist Gabriel Santoro begibt sich in DIE INFORMANTEN auf eine Spurensuche, die ihn vom Kolumbien der dreißiger Jahre in die Gegenwart führt, und entreißt ein bis heute vertuschtes, unrühmliches Kapitel der Geschichte seines Landes der Vergessenheit. In einer melodischen, bildreichen Prosa deckt Vásquez immer neue Schichten der historischen Wahrheit auf und dringt in seelische Abgründe vor.
Aus maßgeschneiderten Anzügen, Kleidern und Kostümen schlüpfen mit spielerischer Leichtigkeit die Figuren in Magdalena Tullis neuem Roman: DIESES MAL lässt ein Reichsstädtchen kurz vor dem kommunistischen Umsturz entstehen. Bevölkert wird es von dem Schneider, dem Notar nebst Gattin und Kindern, dem Polizisten, dem Dienstmädchen und seinen Liebhabern. In diese bunte, böse Miniaturwelt dringen Störenfriede, die ständig alles sabotieren, zum Einsturz bringen und nach Kräften schiefgehen lassen.
Ein junger Schriftsteller versucht verzweifelt, seinen zweiten Roman zu schreiben. Sein Name: Kranich, dem Leser bekannt aus dem Bestseller LEHRERZIMMER. Kranich hat zwar eine geniale Idee, aber statt zu schreiben, geht er unter im Kritikerstimmenwirrwarr und in Selbstzweifeln. Eine wunderbar groteske Farce über die dunkle Seite eines Autors: vom Literaturbetrieb korrumpiert, voller Größenwahn und getrieben vom verzweifelten Wunsch, etwas Grandioses zu schaffen.
Samstag, 5. Dezember 1992. Muckau, ein Dorf südlich von Leipzig. Die Familie Schlegel ist zusammengekommen, um ihr letztes Schwein zu schlachten. Am frühen Morgen erscheint die Schlachterin und schlägt die drei Generationen dieser Familie in ihren Bann.
Patrick Hofmanns derb-komischer Debütroman schildert das Schicksal einer Familie in einer Region, die wie keine zweite deutsche im 20. Jahrhundert von radikalen gesellschaftlichen, industriellen und landschaftlichen Umwälzungen heimgesucht wurde.
CORPUS DELICTI, der im Frühjahr 2009 erschienene Roman von Juli Zeh, ist zum Ausgangspunkt eines Projektes geworden, das alle Genregrenzen sprengt. Das düstere Szenario einer Gesundheitsdiktatur wird hier – gemeinsam mit der Rockband Slut - zum Wortmusikstück. Juli Zeh und Slut gehen damit im Herbst zusammen auf Tournee.
WIE WIR VERSCHWINDEN ist ein großes Buch der Erinnerung, ein Roman unseres Lebens wie des Sterbens einer Ikone des letzten Jahrhunderts: Albert Camus.
»Mit WIE WIR VERSCHWINDEN ist Mirko Bonné ein genialer Plot gelungen, der die Geschichte einer alten Freundschaft und ihrer Vergänglichkeit um den (wahren) Unfalltod Albert Camus' aufbaut. Absolut lesenswert.«
(Barbara Meixner, BuchMarkt)
Sieben Tage vor seinem 14. Geburtstag wird Paul Müller von seinen Eltern verlassen. Die gehen mal eben auf Weltreise. Paul, ein zögerliches und übervorsichtiges Einzelkind, soll jetzt fix erwachsen werden und alleine zurechtkommen. Mit einem Mal scheint Pauls behütetes Leben im verschlafenen Neustadt Kopf zu stehen. Kurz nacheinander platzen in seine Verwirrung: ein unerzogener Hund mit gefährlichem Appetit sowie seine Zwillingsschwester Paula, die auf der Flucht vor ihrem indischen Stiefadoptivvater ist.
Olga Tokarczuks Figuren sind Getriebene, Flüchtende vor der Starrheit der Zuordnung, der Verwurzelung, rastlos auf der Suche nach einer immateriellen Heimat. Der Weg dorthin führt durch ein faszinierendes Labyrinth von Geschichten über Menschen, Dinge, Orte und Zeiten, die dieses Buch zu einer wahren Welt für sich machen.
Ausgezeichnet mit dem Nike-Literaturpreis 2008.
Mit MENSCH ENGEL legt Gunther Geltinger sein sprachgewaltiges Debüt vor, das im virtuosen Spiel verschiedener Erzählstimmen die Glaubwürdigkeit von Erinnerung und das konsistente Erzählen einer Biographie hinterfragt: »All diese Geschichten stimmen, doch keine ist wahr.«
Margit Schreiner liest aus SCHREIBT THOMAS BERNHARD FRAUENLITERATUR?
Im Roman wie im Essay: »Margit Schreiner ist eine radikale Autorin, nicht in der Form, aber im Inhalt. Sie operiert mit Rasanz und schneidender Ehrlichkeit, sie bohrt in Wunden, bis es weh tut und fährt dem Leser immer wieder in die Magengrube«, urteilte Daniela Strigl in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
320 Seiten. Gebunden € 18,90 ISBN 978-3-89561-278-7
Margit Schreiner liest aus HAUS, FRIEDENS, BRUCH.
In Margit Schreiners Roman HAUS, FRIEDENS, BRUCH. wird nichts und niemand geschont. Unerbittlich, gnadenlos, messerscharf und bitterböse spricht die Erzählerin über die Nachbarn, die Literaturkritiker, die Jugend und die Alten, die Gläubigen und die Sandler und immer wieder über unglückliche und glückliche Paare.
Silke Scheuermann liest aus ÜBER NACHT IST ES WINTER
Alte Männer sitzen als vermeintliche Werwölfe im Park, Nixen verlassen das Meer, um sich Stöckelschuhe zu kaufen, ein Tätowierter trägt seine Lieblingsgestalten auf der Haut. Ob monströs-archaische Mischwesen oder Figuren des 21. Jahrhunderts: Kein Körper ist sich seiner Form mehr sicher.
»Silke Scheuermanns Sprache ist von einer erstaunlichen Kraft der Vergegenwärtigung, wie ein kunstvoll verdichtetes Abbild der Gegenwart. Wie Dichtung eben.« (Uwe Wittstock, Die Welt)
»Was Böhmers Lyrik auszeichnet, sind ihre abenteuerlichen und souveränen Reisen ins enzyklopädische Universum: Vom Vokabular aus Botanik, Anatomie, Psychologie, Kosmologie und Mythologie bis hin zum Alltag ziehen die Texte alle sprachlichen Register. Litaneiartig, bisweilen geradezu apokalyptisch und ohne Scheu vor Pathos umkreisen Böhmers Verse immer wieder Schmerz, Krankheit, Tod. Wie jeder Totengesang ist Böhmers Lyrik auch ein Lobgesang auf das Leben.« (Sascha Michel, Frankfurter Rundschau)
In ihren neuen Geschichten erzählt Franziska Gerstenberg mit einer skandalösen Unaufgeregtheit von Menschen, denen ihre Probleme schon tief unter die Haut gefahren sind. Häufig richtet sich der Blick direkt auf den Körper: An ihm ist abzulesen, was den Figuren gerade erst bewußt wird.