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Detlef Bluhm: DAS GROSSE KATZENLEXIKONDetlef BluhmLeseprobe

Detlef Bluhm – DAS GROSSE KATZENLEXIKON

KRATZEN

dient in erster Linie dem Schärfen der Krallen und dem Abstreifen der abgenutzten äußeren Krallenschichten. Dabei werden allerdings auch Duftstoffe zur Markierung hinterlassen, die von zwischen den Zehen liegenden Drüsen abgesondert werden. Katzen kratzen aber auch, um anderen Tieren oder dem Menschen zu imponieren. Da man seiner Hauskatze das Spritzharnen (hoffentlich!) abgewöhnen konnte, bleibt ihr zur Reviermarkierung und zum Imponieren vor allem das Kratzen, es ist also für sie von großer Bedeutung. Hier treten oft entscheidende Interessengegensätze zwischen Mensch und Katze auf, denn die Katze entscheidet sich selbst für den Ort bzw. die Orte, an denen sie ihre Krallen wetzt. Es kann auch das ererbte Biedermeiersofa sein. Man sollte der Katze verschiedene Kratzstellen anbieten, möglichst in der Nähe der verbotenen Zone. Im Handel erhältliche Sisalrahmen an der Wand haben sich bewährt, vor allem, wenn sie hin und wieder mit etwas Baldrian besprenkelt werden. Auch fest fixierte Holzstämme eignen sich in der Regel gut. Es ist allerdings nicht sicher, daß die Katze die bereitgestellten Kratzplätze benutzt. Dann sollte man sich mit der langsamen, aber wirkungsvollen Vernichtung vorhandener Antiquitäten abfinden. Der Schauspieler Manfred Krug faßte das Thema in dem schlichten Satz zusammen: »Katze oder Polstersessel. Das ist die Entscheidung. Man kann eine zärtliche, treue Freundin gewinnen.«

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