 |  |  Juli Zeh – Spieltrieb (Bühnenfassung)Grundsätzliches Eine Art Prolog
Zu den Figuren wäre zu sagen, dass...
Höfi redet
Ich finde es mitunter erhellend, sich die Gegenwart aus der Perspektive einer fiktiven Zukunft anzusehen. Eine künstliche Distanz herzustellen ist eine Fähigkeit, die in vielen Bereichen des Lebens hilfreich sein kann. Auf direkte Weise etwas über beispielsweise den heutigen Tag auszusagen, bringt nichts weiter als Torheiten hervor.
Olaf fragt/sagt
Weißt du noch? Weißt du noch, wie das war?
Smutek erzählt
Ich habe ein Ferienhaus in Masuren. Mit Garten. Direkt an einem See. Sehr schön dort. Sehr einsam auch. (spricht polnisch weiter)... Ein Holzhaus. Jedes Mal renoviere ich etwas anderes. Ich verbringe meine Zeit wirklich gerne dort. Meine Frau hat mit ihrer Vergangenheit eher abgeschlossen.
Schneewittchen schweigt.
Höfi Dieser Wunsch nach Klarheit und Übersicht ist, denke ich, ganz natürlich.
Olaf Als du mich auf dem Schulhof gefragt hast, wie es mir geht, und sich für mich alles änderte, weil ich mich bis zu diesem Tag noch nie von jemandem so gemeint gefühlt habe. (Pause)
Klar, zurückschauen ist nicht immer die beste Idee. Weiß ich. Zurückschauen ist so gut wie keine Idee. Ich mache es trotzdem.
Adas Mutter nervt
Ada? Willst du dir nicht vielleicht einen Hund anschaffen, Ada? Dann wärst du nicht so viel allein. Wie ich. Der Hund könnte mit dir laufen, oder nicht? Ada?
Und Ada?
Alle Ada? Ada? A-da? Ada, wo bist du denn? Ada? Mensch, Ada.
Ada Shoot to kill to protect. Eine vollkommen einleuchtende kausale Kette. (Pause) Im Grunde sind alle Erwachsenen längst tot, sie wissen es nur nicht.
Punkt. Zurück zum Titel |