Ana Novac: Die schönen Tage meiner JugendAna Novac: Die schönen Tage meiner Jugend

Ana Novac – Die schönen Tage meiner Jugend


Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer
Mit farbigen Abbildungen

320 Seiten. Gebunden.
€ 22,90   €[A] 23,60   SFR 39,50
ISBN: 978-3-89561-415-6

DIE SCHÖNEN TAGE MEINER JUGEND ist ein einzigartiges Dokument: das Tagebuch einer vierzehnjährigen Jüdin aus Siebenbürgen, das sie in Auschwitz und anderen Konzentrationslagern heimlich führte. Nicht ein nachträglich erinnerter Bericht, nicht ein Tatsachenroman, kein dialogisierter Prozess: ein authentisches Zeugnis davon, dass auch das Grauen seinen Alltag hat.

Es ist eine makabre Zerrwelt, in der das junge Mädchen lacht und weint, hungert und isst, geschlagen wird und begreifen muss, was es heißt, zu sterben oder zu überleben. Absonderlich, verquer, verständlich und verstörend dennoch, wie sehr darüber hinaus der Besitz des Heftes und des Bleistiftstummels und schließlich das Schreiben selbst zum Inhalt ihrer Existenz und zum Gegenstand des Tagebuchs werden. Ich schreibe, also bin ich.

In gespenstischen Episoden tauchen Personen auf, um spurlos zu verschwinden. Nur einer ist besorgt, dass er im Tagebuch vorkommt, einer, der es ihr wegnehmen will, dann aber um positive Erwähnung bittet: der Kommandant.


Rezensionen

»Ana Novacs eigenwillig unlarmoyanter und beinahe um Abgeklärtheit bemühter Stil läßt aufmerken. Sie schildert ihre Gefangenschaft in einer stupenden Mischung aus Desillusioniertheit und trutziger Lebensbejahung. Ana Novacs Aufzeichnungen gehören ganz bestimmt in die allererste Reihe schriftstellerisch erfaßter KZ-Lagererfahrungen.«
Thomas Laux, NZZ

»Ana Novac gelang das Unvorstellbare: als 14-Jährige führte sie im KZ heimlich Tagebuch. Ihre jetzt veröffentlichten Notizen rühren an ein Tabu: die Jüdin erzählt mit rabenschwarzem Humor vom Grauen des Holocaust – und weigert sich standhaft, ein Auschwitz-Automat zu sein. Und tatsächlich, es darf gelacht werden in DIE SCHÖNEN TAGE MEINER JUGEND. Mehr noch als bei Roberto Benignis umstrittener KZ-Komödie ›Das Leben ist schön‹ bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Denn Witz und Ironie sind für Ana Novac wie eine Rüstung gegen die Barbarei. Ihr gesunder Sarkasmus hilft ihr dabei, bei sich selbst zu bleiben, sich nicht in der kahlgeschorenen Masse der Mithäftlinge zu verlieren.«
Jenny Hoch, Spiegel Online

»Summa summarum eine erstaunliche Varianz an Eigenschaften; die scheinbar graue Masse auf der Lagerstraße erhält ihre ganz eigenen Gesichter, nie verklärend und beschönigend, dafür ganz eigen, natürlich aus der subjektiven Sicht der Schreiberin, die manchmal ganz schön bissig, oft auch witzig sein kann.«
Balduin Winter, Der Freitag

»›Die schönen Tage meiner Jugend‹ zeigen den Menschen erschreckend boshaft und überraschend gütig. Ana Novac berichtet vom Lachen in der Hölle und der Banalität des Todes. Und davon, daß Literatur beim Überleben hilft.«
Carsten Hueck, Deutschlandradio

»Das Erschütternde an Ana Novacs Buch ist, dass es kein nachträglich literarisierter Bericht ist. Im Gegenteil, nichts hier ist sprachlich ausgedacht, es ist ein Dokument aus der schwärzesten Zeit der Menschheit, geschrieben an den Orten unvorstellbaren Entsetzens. Aus der Mitte eines ergreifenden Menschseins stammen diese Sätze, von einer Frau, die keine Jugend hatte und in der man alles abtöten wollte, ihre Würde, ihre Tränen.
Wenn man das Buch gelesen hat, wird man verändert sein, denn alles, was man bisher über das Dritte Reich zu wissen glaubte, kann man hier bis zur Unerträglichkeit des Schmerzes auch fühlen. Der Grund dafür ist in der Direktheit der Notizen zu suchen, denn es entfallen jegliche Filter, wenn man weiß, dass diese junge Frau auf Toilettenpapier, Pappe oder Postern schreibt, die sie etwa im Latrinenhäuschen findet oder sogar tollkühn einem Kommandanten abluchst.«
Marica Bodrozic, ORF

»Ana Novac wurde oft als die ›rumänische Anne Frank‹ bezeichnet. Ihre Aufzeichnungen schildern den Teil des Lebens und Sterbens, der in Anne Franks Tagebuch fehlt. Dort, wo deren Aufzeichnungen enden, beginnen die der Rumänin. Es ist ein großes Verdienst des Verlags, dieses Dokument wieder zugänglich zu machen.«
Thomas Heppener, Jüdische Allgemeine

»DIE SCHÖNEN TAGE MEINER JUGEND sind Leidens-, Lach- und Rachebuch in einem.«
Wolfgang Paterno, profil

»Ana Novacs Tagebuch ist, soweit man weiß, das einzige Tagebuch, das Auschwitz überlebt hat. Es ist ein literarisches Zeugnis ersten Ranges, dessen Wucht erschüttert.«
Sascha Lehnartz, WELT am Sonntag

»Ana Novac geht zu einer Holzkiste in der Ecke ihres Wohnzimmers und zieht ein halb verkohltes, zerfleddertes Manuskript hervor. Was sie da in der Hand hält, ist der letzte Rest des Tagebuchs. Es ist alles, was ihr noch geblieben ist von den über 700 Blättern, Zetteln, Papierschnipseln, die sie dem Lager abtrotzte, um ihre Beobachtungen und Gefühle darauf festzuhalten. Wie wird ihr Tagebuch in Deutschland aufgenommen werden, wo voriges Jahr Jonathan Littells Buch Die Wohlgesinnten zum Bestseller wurde, eine Ausforschung des Tätergedächtnisses?«
Malte Herwig, ZEIT MAGAZIN

»In atemloser und zum Teil sehr poetischer Sprache bannt Ana Novac die eigene Fassungslosigkeit in das Tagebuch.«
Adrian Winkler, WDR

»Das Schreiben erscheint in Novacs Tagebuch als eine lebensrettende Übersprungshandlung, ein existenzieller Vollzug, der die Identität und Individualität der Person angesichts des anonymen Massensterbens sicherstellt. Die Notizen werden ihr zu einer ›zweiten Haut‹, die ›verhindert, daß alles übrige auseinanderfällt‹.«
Thomas Keul, Volltext. Zeitung für Literatur

»Ihre Sprache ist hochpoetisch, die Schilderungen der erschiedenen Häftlingsgruppen, ihrer Rivalitäten untereinander, der Aufseherinnen und Kapos sind präzise, manchmal sogar ins Komische überspitzt.«
Stefanie Peter, Frankfurter Allgemeine Zeitung


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