 |  | Gwendoline Riley – Krankmeldungen Roman Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier
204 Seiten. Gebunden. € 17,90 €[A] 18,40 SFR 31,50 ISBN: 978-3-89561-355-5
» Leseprobe » Autorenporträt Gwendoline Riley » In den Warenkorb » Druckversion
Winter in Manchester, Schneematsch auf den Straßen. Esther kommt von einer Reise nach New York zurück in ihre Heimatstadt und zieht bei ihrer besten Freundin Donna ein. Alles, was sie besitzt, befindet sich in ein paar Pappkartons. Esther schreibt, sie liest, sie trinkt, lässt sich treiben und versucht erfolgreich, das Leben zu vermeiden. Meistens möchte sie nur ihre Ruhe haben: vor der Arbeit, vor der Liebe, vor dem Erwachsensein. Sie macht es anderen nicht leicht, an sie heranzukommen, doch dann begegnet sie Newton, einem jungen Musiker aus Vermont.
In knapper, unsentimentaler Prosa beschreibt Gwendoline Riley die Gefühlswelt der Generation um die zwanzig und verleiht ihr eine schnörkellose poetische Stimme. Rezensionen
»Esther vertritt all jene jungen Frauen, die plötzlich vom echten Leben überrascht werden, ohne darauf vorbereitet zu sein. Nur wenige allerdings verteidigen ihre Träume so hartnäckig gegen die Realität.«
Brigitte
»Rileys Heldin spricht mit ebenjener rotzig-sarkastischen Stimme, die jugendliche Rebellen kennzeichnet und geradezu unwiderstehlich charmant macht. Es ist eine ganz ähnliche Stimme, wie man sie auch schon von Salingers Internatsflüchtling Holden Caufield her kennt - oder von Silvia Plaths aufmüpfiger Heldin Esther Greenwodd aus Die Glasglocke. Und so sollte man dieses Buch genießen wie einen traurigen Song von der englischen 80er-Jahre-Kultgruppe The Smiths, der schwarzhumorig von der Grausamkeit, jung zu sein, erzählt.«
Gisa Funck, WDR3
»An gegenwartskritischer Schärfe wäre derlei kaum zu überbieten, würde die clevere Autorin nicht noch zusätzlich auf den gemeinen und offensichtlich erfolgreichen Trick verfallen sein, auf ihrem Autorenfoto ebenso puppenhaft-steril zu posieren wie ihre von ihr herzlich verachtete Protagonistin. Diese mit nadelstich-artiger Understatement-Präzision geführte Attacke gegen zeitgenössische Nichtsnutzigkeit ist dabei keineswegs untertrieben – dass sie von ihren Lesern als melancholisch-freundliches Kollektiv-Porträt missverstanden wird, zeigt lediglich, wie aktuell der Krankheitsbefund ist.«
Marko Martin, Deutschlandradio Kultur
»Rau beschreibt Riley das Treiben im Ungefähren. Sie nutzt Details wie eine vom Wind über die Straße gezogene Zeitung oder Dialoge in verzweifelter Ironie. Sie beschreibt Gesten und Körperhaltungen, Blicke ins Leere oder die Stellung eines Fußes. So gerät das permanente Saufen nicht zur Pose. So schafft sie Vertrauen zu den Figuren wie zur Geschichte, und so wächst einem Ester Seite für Seite ans Herz, weil sie so besonders ist.«
Janina Fleischer, Dresdner Neueste Nachrichten
»Gwendoline Riley trifft den Ton ihrer Generation - ihre Stimmungen, Hoffnungen, Sehnsüchte. Und das in einer schnörkellosen Prosa, die bei allen romantischen Floskeln und Poesie unsentimental real bleibt.«
Richard Peter, Deister- und Weserzeitung Außerdem erschienen von Gwendoline Riley
|