 Platz 6 der ORF-Bestenliste Juni 2008
Platz 8 der ORF-Bestenliste Juli 2008 |  | Miljenko Jergović – Das Walnusshaus Roman Aus dem Kroatischen von Brigitte Döbert
616 Seiten. Gebunden. € 24,90 €[A] 25,60 SFR 42,90 ISBN: 978-3-89561-391-3
Im Jahr 1905 erhält der Holzschnitzer August Lišcar einen ungewöhnlichen Auftrag: Er soll ein passendes Spielzeug für das ungeborene Enkelkind eines Mannes aus Dubrovnik anfertigen. Eine schwierige Aufgabe: Aus Walnussholz fertigt der Schnitzer schließlich das verkleinerte Abbild des Hauses der Familie seines Auftraggebers, samt Einrichtung und Bewohnern. Ein großartiges Geschenk für die kleine Regina ...
Doch halt, das alles erzählt Miljenko Jergović erst viel später! Denn die Geschichte um das Walnusshaus beginnt in der Gegenwart, auf einer Polizeistation, wo sich eine gelangweilte Beamtin mit den ungewöhnlichen Umständen des Todes der »verrückten Manda« konfrontiert sieht – die keine andere ist, als jene 1905 geborene Regina Sikirić.
Zwischen diesen beiden Episoden spielen die Lebens- und Liebesgeschichten mehrerer Generationen, die Miljenko Jergović meisterhaft zu einem fulminanten Familienroman zusammenführt. Er gibt die Fäden seiner Geschichte(n) niemals aus der Hand und entführt den Leser gleichzeitig in die hochpolitische und dramatische Historie des Westbalkan von der Ablösung der osmanischen Herrschaft bis zur Bombardierung Dubrovniks zu Beginn der 90er Jahre. Rezensionen
»Jergovic ist ein unerschrockener Protokollant der Obszönität des Daseins im Allgemeinen und im Besonderen der Art und Weise, wie die kleinen Leute der großen Geschichte zum ›Gebrauch‹ (Tišma) anheimfallen. Es ist ein magischer Erzählwind, der uns aus diesem von Brigitte Döbert glänzend übersetzten Werk vom Balkan her entgegenweht und das Gedächtnis der Bora wie des Jugo bewahrt. Im Land dieser beiden Winde werden die Menschen fast ohne Unterlaß herumgewirbelt von Kräften, die größer sind als sie. Doch der Tod ist nicht nur auf dem Balkan mitten im Leben. Man mache sich glücklich mit der Lektüre dieses Buchs, bevor es zu spät ist.«
Andreas Breitenstein, NZZ
»Miljenko Jergovic tritt mit DAS WALNUSSHAUS der Liga der weltweit besten Gegenwartsautoren bei.«
Werner Krause, Kleine Zeitung
»Vielleicht wirkt die Kraft des Erzählens so anziehend, mit der Jergovic ein Gleichgewicht zwischen kleinem Ereignis und großer Historie, zwischen Einzelschicksal und Typologie findet. Und vielleicht stimmt ja, was die junge Regina einmal vermutet: ›Geschichten, in denen alles glücklich endet, die kann man sich immer ausdenken. Schreckliche Geschichten sind wahr.‹«
Nico Bleutge, Süddeutsche Zeitung
»Miljenko Jergovic ist mit einer fantastischen Erfindungsgabe gesegnet. Und mit einem feinen Gespür für Themen, die es ihm erlauben, Beschreibungen vermeintlich profaner Alltagskultur in profunde Politparabeln umschlagen zu lassen. Ohne daß ihm selbst bei noch so schweren Stoffen jemals sein Hang zum federleichten Erzählen abhanden kommen würde.«
Hendrik Werner, Die Welt
»Das Weltgeschehen zersplittert bei Jergovic in Individualgeschichte. Ob Tschetnik oder Ustascha, Bosnier, Kroate oder Serbe, Moslem oder Christ bleibt dem blinden Zufall überlassen. Somit hebt der Roman ›ethnischen Säuberungen‹ auf, entwirft nebenbei eine literarische Geografie des verschwundenen Staates Jugoslawien, die von Dubrovnik über Mostar, Belgrad bis Sarajevo reicht. So enthält dieser Roman wie in einem Brennglas gebündelt mehr als ein Jahrhundert Hoffnungen, Träume und Scheitern Jugoslawiens. Großartig!«
Stuttgarter Zeitung
»Ein überbordendes Füllhorn voller Geschichten, wunderbarer und wunderlicher. Was in der Nacherzählung wie eine durchsichtige Allegorie von Jugoslawien im 20. Jahrhundert klingt, entfaltet Jergovic als ein unübersichtliches Gelände, in dem sich seine Figuren ständig verirren. Der Roman will die Gegenwart nicht durch die Geschichte legitimieren, er rehabilitiert die Unübersichtlichkeit des gelebten Augenblicks - und die ungetrübte Hoffnung der Figuren.«
Jörg Plath, Deutschlandradio Kultur
»Zusammengefaßt könnte es scheinen, jede Figur in diesem Panorama hätte eine repräsentative Funktion. Aber Jergovic hat derlei nicht nötig. Dieser Roman ist zwar durchkomponiert, aber nicht auf dem Reißbrett entworfen. Der Autor pfeift auf so etwas wie Erzählökonomie und frönt gerade dem Überflüssigen, der Opulenz. Und er kann es sich leisten, denn der Leser verzeiht ihm alles.«
Daniela Strigl, Literaturen
»Wer Jugoslawien begreifen will, muß diesen - übrigens vorzüglich von Brigitte Döbert übersetzten - Roman lesen.«
Südkurier
»Jergovic erzählt von den kleinen Leuten hinter dem Balkan-Konflikt: schockierend, heimelig und bizarr komisch.«
Playboy
»Ein Buch bis zum Bersten angefüllt mit wundersamen, wunderbaren Geschichten. Ein Buch zum Staunen.«
Focus
»Wer das Breitwandspektakel mit prallen Charakteren liebt, ist bei dem kroatisch-bosnischen Autor Miljenko Jergovic in besten Händen. In DAS WALNUSSHAUS zeichnet er mit einer verschlungenen Familiensaga die Geschichte des Westbalkans vom Ende der osmanischen Zeit bis zur Bombardierung Dubrovniks nach. Ein explodierendes Romanmosaik, so wimmelnd wie ein Vielvölkerstaat.«
Stephan Maus, Stern
»Eines ist sicher: Jergovic ist ein grandioser Erzähler, wie es in Europa nur ganz wenige gibt, und er ist vor allem Erzähler. Wunderbare Sprache, unglaublicher Sog.«
Balduin Winter, Kommune
»Ein geradezu manischer Geschichtenerzähler, der auch Nebenfiguren bis zu ihrem Tod begleitet und so von einer Geschichte in die nächste fällt. Das erinnert an orientalische Fabulierkunst, ist aber viel rasanter: Sheherazade auf Speed.«
Anja Dürrmeier, Bayern 2 Diwan
»Miljenko Jergovic ist der Márquez Europas. Das ist historische Belletristik vom Feinsten. Mit seinem 2006 ins Deutsche übersetzten Roman BUICK RIVERA wurde er zu Recht auch im ehemaligen Westen berühmt, nun übertrifft er sich selbst.«
Wienerin
»Jergovic überrollt seine Leser, auch Dank der imponierenden Übersetzungsleistung von Brigitte Döbert, mit einer grandiosen Maßlosigkeit und wird genau damit seinem Stoff, der Geschichte des Balkans, bravourös gerecht.«
Barbara von Becker, Frankfurter Rundschau
»Raffiniert ist DAS WALNUSSHAUS, weil es die Verrücktheit der Hauptfigur und des Jahrhunderts auf die Form des Romans überträgt. Er beginnt mit dem Ende, also in der Gegenwart, und endet mit dem Anfang - und stellt damit auch die Vorstellung von Entwicklung, die jede herkömmlich erzählte Geschichte unausgesprochen mit sich führt, auf den Kopf. Jergovic ist ein begnadeter Erzähler.«
Andreas Schäfer, Tagesspiegel
»DAS WALNUSSHAUS zeichnet sich durch eine ungeheure Kreativität und einen Lebenswillen aus, der elektrisiert. Meisterhaft erzählt Miljenko Jergovic die Lebens- und Liebesgeschichten mehrerer Generationen.«
Brigitte
»Jergovic, der souverän mit Mitteln der Groteske arbeitet, erweist sich nicht nur als Meister der großen Form, sondern auch als leidenschaftlicher Chronist.«
St. Galler Tagblatt
»Die kuriosesten Geschichten, alle meisterlich erzählt, mal knapp, mal üpppig, und alle so reich, daß ein talentierter, aber weniger phantasievoller Schriftsteller aus jeder von ihnen mühelos einen eigenen Roman machen könnte. So verschlungen, tragisch, komisch geht es zwischen oben und unten zu in dem turbulenten Roman. Von den 613 Seiten ist keine auch nur ein bißchen langweilig.«
Freitag
»Den Friedfertigen, den ›Feiglingen‹ mit weitem Herzen und weitem Horizont, die Harmonie lieben und nicht für abstrakte Ziele Partei ergreifen wollen - ihnen gehört die Sympathie des Autors. Mit dem letzten Satz wird der Leser in heitere Melancholie entlassen.«
Sächsische Zeitung
»Was für ein raffiniertes Monstrum von einem Roman! Jergović ist ein begnadeter Erzähler, der schicksalhafte Momente emotional aufzuladen vermag, ohne ins Pathos abzugleiten, und ein weiser Clown, der in virtuosen Übergängen die Biografien vernetzt und die latente Enttäuschung, die das Rückwärtserzählen zwangsläufig produziert, durch rührende Szenen, absurde Wendungen und einen mitreißenden Einfallsreichtum wettmacht.«
Andreas Schäfer, Tagesspiegel
»Jergović ist ein großartiger Erzähler.«
Karl-Markus Gauß, Die ZEIT
»Miljenko Jergović, geboren 1966 in Sarajevo, ist ein grandioser Erzähler und raffiniert dazu. (...) Mit dem Autor kriecht ein von fantastischen, grausamen und wunderlichen Geschichten gefesselter Leser durch die Jahrzehnte zurück bis ins 19. Jahrhundert, verliert die heute lebenden Personen aus den Augen (...) und erwartet die Geburt jener, die schon längst gestorben sind.«
Uschi Loigge, Kleine Zeitung
»Jergović hat eine blühende, gescheite Fantasie!«
St. Galler Tagblatt Außerdem erschienen von Miljenko Jergović
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