 Platz 8 der SWR-Bestenliste und Buch des Monats im April 2006 |  | Rolf Bossert – Ich steh auf den Treppen des WindsGesammelte Gedichte
Rolf Bossert: Ich steh auf den Treppen des Winds. Die Gedichte Rolf Bosserts spiegeln die schwierigen Umstände seiner Biographie wider: Sie sind radikal, ironisch wie selbstironisch, sarkastisch, streng, von erbarmungsloser Schönheit Herausgegeben von Gerhardt Csejka
352 Seiten. Gebunden. € 24,90 €[A] 25,60 SFR 42,90 ISBN: 978-3-89561-299-2» Leseprobe » Autorenporträt Rolf Bossert » In den Warenkorb » Druckversion
SELBSTPORTRÄT
Ich schreib mir das Leben
her, schreib mir das Leben weg.
Es sind dramatische Umstände, unter denen der Lyriker Rolf Bossert im Dezember 1985 die bundesdeutsche Literaturbühne betreten und nur kurz darauf wieder verlassen hat: Zum Kreis der rumäniendeutschen Schriftsteller um Herta Müller, Franz Hodjak und Richard Wagner zählend, geriet er Anfang der 80er Jahre in immer heftigere Konflikte mit dem rumänischen Regime. 1984 stellte er einen Ausreiseantrag, der nach der politischen Zensur das Publikationsverbot zur Folge hatte. Im Dezember 1985 schließlich konnte er nach Frankfurt am Main ausreisen, wo er sich nur zwei Monate später das Leben nahm.
Die Gedichte Rolf Bosserts spiegeln die schwierigen Umstände seiner Biographie wider: Sie sind radikal, ironisch wie selbstironisch, sarkastisch, streng, von erbarmungsloser Schönheit. Aber immer scharf beobachtet und von beeindruckender Wucht: »In Bosserts Gedichten stehen die Bilder erst richtig, wenn sie umgestoßen sind. Er fährt durch die Ordnung der Sprache, bis die Scherben funkeln. In diesem Funkeln sitzen Angst und Lust beisammen.« Herta Müller, Frankfurter Allgemeine Zeitung
ICH STEH AUF DEN TREPPEN DES WINDS zeigt erstmals in großer Vollständigkeit das lyrische Werk Rolf Bosserts, das in seiner Unbändigkeit noch zu entdecken ist. Rezensionen
»Wer diese Gedichte jetzt aus der Distanz von mehr als zwanzig Jahren liest, ist immer wieder beeindruckt: Wie nah oder fern uns die Diktatur erscheinen mag, hier wird - allein durch Sprache glaubhaft gemacht - Einspruch erhoben gegen die Zurichtung der Menschen durch Unfreiheit und Ohnmacht.«
Holger Schlodder, NDR
»Noch heute erstaunt die Vieltönigkeit von Bosserts Arbeiten. Sie reicht von konkretistischen Texten über Balladen und Chansons bis zu allegorischen Chiffrierungen. Bossert verdient eine erneute Lektüre.«
Harald Hartung, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Zur Wiederentdeckung: Diese neue Ausgabe macht nun die erstaunlichen Entwicklungssprünge und Metamorphosen des Dichters Bossert fassbar, die er in nur einem Dutzend Jahren vollzogen hat.«
Michael Braun, Freitag
»Bossert war ein Meister des schwarzen Humors. Seine Gedichte kommen im Alltagston eines Tucholsky daher, gewinnen aber der Alltäglichkeit immer wieder einen Sarkasmus ab, der das Böse scheinbar beherrschbar werden lässt.«
Richard Wagner, NZZ
»Bosserts Gedichte bewegen sich in einem Spannungsfeld, als dessen extreme und höchst gegensätzliche Pole sich Brecht und Celan ausmachen ließen. Zwanzig Jahre nach seinem Tod werden die Gedichte einer breiteren Leserschaft in einer schönen Ausgabe zugänglich gemacht.«
Jan Wagner, Frankfurter Rundschau
»Bei Rolf Bossert läßt sich lernen, daß beides wahr sein kann: das Gefühl der Verzweiflung und das Spiel, ja sogar der Handel mit ihm.«
Meike Fessmann, Süddeutsche Zeitung
»Die Gesammelten Gedichte Bosserts verschaffen einen atemlos machenden Eindruck von der Kompromißlosigkeit eines wortfeilenden Menschen. Das Herausgefallensein aus der Einheit des Selbst ist eine gewaltige Furiosität in dieser Lyrik. Seine Gedichte gehören zum Bleibenden.«
Marica Bodrozic, Hessischer Rundfunk
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