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Juli Zeh: Spieltrieb

Prix des Cévennes 2008

Juli Zeh: Spieltrieb

Juli Zeh – Spieltrieb


Roman

576 Seiten. Gebunden.
€ 24,90   €[A] 25,60   SFR 42,90
ISBN: 978-3-89561-056-1

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Tief im Westen der Republik in unseren Tagen, an einem Bonner Gymnasium, entwickelt sich die atemberaubende Geschichte einer obsessiven Abhängigkeit zwischen einer Schülerin und einem Schüler, Ada und Alev, aus der sich erst die Bereitschaft, dann der Zwang zu Taten ergibt, die alle Grenzen der Moral, des menschlichen Mitgefühls und des vorhersehbaren Verhaltens überschreiten. Die beiden jungen Menschen wählen sich ihren Lehrer Smutek als Ziel einer ausgeklügelten Erpressung. Es beginnt ein perfides Spiel.
Ganz ruhig fängt das an: Ada, überaus selbstbewußte Schülerin, vierzehn Jahre alt, kommt neu an ein Gymnasium namens Ernst-Bloch, wo der Alltag sie nicht fordert und die Lehrer meist schwache Gegner beim intellektuellen Kräftemessen sind. Anfangs erregt Ada auf Ernst-Bloch wenig Aufmerksamkeit. Das soll sich ändern im Fortgang dieses Romans.
Während im Großen und Ganzen der Weltpolitik die Fronten von »Gut« und »Böse« unter dem Eindruck von Terrorismus und den Spätfolgen einer zusammengestürzten Weltordnung durcheinandergeraten sind, entwickelt sich im Mikrokosmos auf Ernst-Bloch eine mitreißende Geschichte, die unausweichlich auf eine Kette unerhörter Begebenheiten zuläuft, bis der Lehrer Smutek sich schließlich in einer Gewaltorgie gegen seine Schüler rächt und befreit.

SPIELTRIEB ist ein großer Roman über die Unmoral und ihre Folgen, letztlich also ein moralischer Roman, der die Fortgeltung von überkommenen Wertprinzipien in Frage stellt und sich damit einer der großen Fragen unserer Zeit annimmt: Wer weiß noch, was gut und was böse ist – und woher kann er das wissen?

Juli Zehs SPIELTRIEB ist so intensiv, so spannend und auf höchstem literarischen Niveau, daß man den Roman nicht mehr aus der Hand legen kann.


Rezensionen

»Es ist erstaunlich, es ist bewundernswert, wie die gerade mal dreißig Jahre alte Schriftstellerin auf sämtlichen Pferden einer durchtrainierten Sprache und eines hoch gebildeten Scharfsinns ihre Geschichte über 500 Seiten durchs Ziel jagt, eine Geschichte, wie sie ungemütlicher nicht sein kann. (...) Geschult an Musil treibt sie ein selbstreflexives ironisches Spiel, das in scharfem Tempo und auf hoher Frequenz bis an die Risikogrenze geht. (...) Ihre Sätze ragen heraus aus der braven Deutschleistungsprosa, die man in allen Verlagsprogrammen findet. (...) Juli Zehs SPIELTRIEB ist ein Schülerroman, den alle Schüler und Lehrer lesen sollten. Er enthält aber keine Gebrauchsanweisung für Klassenkonferenzen, sondern zeichnet mit Witz und Verstand ein helles Bild unseres dunklen Zeitalters.«
Ulrich Greiner, DIE ZEIT
ZEIT-Bestenliste Platz 1

»Mit SPIELTRIEB steht fest: hier ist ein fulminantes Talent am Werk. Noch scheint sich dieses Können kaum zwischen zwei Buchdeckel bändigen zu lassen, es operiert in einer Art kontrollierter Maßlosigkeit und berauscht sich gänzlich unbescheiden am eigenen Vermögen. Beim nächsten, beim übernächsten Roman werden wir vielleicht den Konstruktionen dieser Autorin schon nicht mehr so atemlos hinterherhinken.«
Brigitte Helbling, Berliner Zeitung

»Juli Zehs Roman ist in einer erschreckend genauen, an Robert Musil geschulten Sprache geschrieben. Und macht überwältigend bildhaft, mit szenischem Witz und psychologischem Feingefühl glaubhaft, wie harmlose Schüler zu Terroristen werden können. Mit neuen und unverbrauchten Bildern, die unsere Wahrnehmung und Phantasie bereichern. Wie der ganze Roman.«
Mathias Schreiber, Spiegel
SPIEGEL Bestsellerliste Hardcover Belletristik Platz 23

»Nach ihrem hochgelobten Debütroman ADLER UND ENGEL überzeugt die deutsche Jung-Autorin auch mit ihrem jüngsten Werk: Juli Zeh schildert ein diabolisches Erpressungsspiel, das Ada und Alev, zwei Schüler des Bonner Ernst-Bloch-Gymnasiums, mit ihrem Deutsch- und Sportlehrer in Szene setzen. In gewisser Weise legt Juli Zeh eine zeitgemäße Fortsetzung des ZÖGLINGS TÖRLESS vor, einen abgründigen Pubertätsroman, eine subtile Zerstörungsgeschichte, eine Studie über die Versuchungen des Nihilismus in den Zeiten der Postmoderne.«
ORF-Bestenliste Platz 2

»Juli Zeh hat sich mit ihrem zweiten Roman als eigenwillige, sprachversierte Schriftstellerin profiliert. Sie verblüfft die Literaturszene mit scharfsinniger Prosa. Den SPIELTRIEB wird man so schnell nicht los.«
Susanne Kunckel, Welt am Sonntag

»Ein seltener Lese- und Erkenntnisgenuss mit Fragen nach individueller und politischer Moral, die noch virulent sein werden, wenn anderen Büchern der Saison der Scheinwerfer der Aufmerksamkeit längst entzogen sein wird. Juli Zeh ist die Kaiserin ihrer Schriftstellergeneration«.
Cornelius Hell, Die Presse

»Vor allem ist Juli Zeh zeitgenössisch. Das sollte uns für sie einnehmen. Denn ihr jüngster Roman tut es auch. SPIELTRIEB ist ein Internatsroman, ein Bedeutungsmassiv am Fuße des Siebengebirges, ein Hauptstadtroman ohne Hauptstadt, ein rachenschwarzer Bonn-Bonbon.«
Hauke Hückstädt, Frankfurter Rundschau

»Man kommt nicht umhin, Zeh zu bewundern für die Schärfe ihrer Diktion. Zeh gehört nicht zu jenen Jungliteraten, die von Menschen erzählen, denen belanglose Dinge widerfahren, und die irgendwie nicht recht wissen, wie sie sich dabei fühlen. Zehs Sprache ist klar, ihre Urteile deutlich. Der Roman ist gespickt mit faszinierenden Beobachtungen. Eine intelligente, lohnende Lektüre.«
Dierk Wolters, Frankfurter Neue Presse

»Der kühne Ansatz der Geschichte und die stets packende Form ihrer Umsetzung verdeutlichen, dass Juli Zeh schon nach drei Büchern zu den aufregendsten Erzählerinnen deutscher Sprache gehört.«
Thomas Kraft, Stuttgarter Zeitung

»Juli Zeh ist DAS deutsche Autorentalent - SPIELTRIEB ist der Beweis.«
Wolfgang Schütz, Augsburger Allgemeine Zeitung

»Ob Zeh spielt, einfach nur schreibt oder beides: Sie bleibt die Siegerin. Denn SPIELTRIEB ist ein Roman, der die gelangweilten Hedonisten der Popliteratur von der Couch holt und ihnen den Sinn des Satzes DAS LEBEN IST EIN SPIEL neu erklärt.«
Katharina Dittes, Rhein-Neckar-Zeitung

»SPIELTRIEB ist ein Buch, das die vor allem moralische Verwirrung der Welt auf einen Schulkörper projiziert, an dem Politik und Gesellschaft, Staat und Terror diskutiert werden. Ein Gedankenroman, der mutig genug ist, die Leerstellen der Gegenwart der Zukunft fragend entgegenzuhalten. Juli Zeh ist eine wohltuende Ausnahme.«
Matthias Dell, Freitag

»Juli Zeh entwirft etwas Langsames, Bedrohliches. Dieses Buch soll provozieren und wird polarisieren. Unvergesslich und von atemberaubender Kälte.«
Sächsische Zeitung

»Es geht Juli Zeh um die ganz großen Fragen: Sinn, Werte, Lebensinhalt - kann es das noch geben? Intelligent konstruiert.«
taz

»Ein hochanspruchsvolles Buch von einer hochintelligenten Autorin.«
Wiesbadener Kurier

»Gefesselt und empört verfolgt man das perfide Spiel von Ada und Alev und hofft vergeblich, dass sich dieser entfesselten Unmoral doch noch etwas entgegenstellt. Ein Roman, der einen so schnell nicht loslässt.«
Hamburger Morgenpost, plan7

»Gleißend monolithisch.«
Dietrich zur Nedden, NDR


Außerdem erschienen von Juli Zeh


Juli Zeh: Adler und EngelJuli Zeh: Alles auf dem RasenJuli Zeh: Corpus DelictiJuli Zeh: Corpus Delicti (CD)

Juli Zeh: Das Land der MenschenJuli Zeh: Die Stille ist ein GeräuschJuli Zeh: Ein Hund läuft durch die RepublikJuli Zeh: Kleines Konversationslexikon für Haushunde

Juli Zeh: SchilfJuli Zeh: Schilf (Bühnenfassung)Juli Zeh: Spieltrieb (Bühnenfassung)


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