Ulrich Becher
Murmeljagd

Roman

704 Seiten. Gebunden.
€ 24,90   €[A] 25,60   SFR 35,50
ISBN: 978-3-89561-452-1

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Albert Trebla, Wiener Journalist und im Ersten Weltkrieg Jagdflieger, flieht im Frühjahr 1938 mit seiner Frau aus dem von deutschen Truppen besetzten Österreich auf Umwegen ins Engadin. Aber für den Verfolgten gibt es in der vermeintlich freien Schweizer Bergwelt keine Zuflucht. Trebla fühlt sich durch eine Serie rätselhafter Todesfälle bedroht und immer mehr in die Enge getrieben. Wie ein Murmeltier versucht er, in Deckung zu gehen, aber wo er auch hinkommt, wird er in äußerst merkwürdige Geschichten verstrickt.

Mit MURMELJAGD wird einer der großen Romane der deutschen Literatur wieder zugänglich: eine Tour de Force über Vertreibung und Exil, über das Leben im Ausnahmezustand, über Wahn und Bedrohung, absurde Irrtümer und eine Menschenjagd. Ulrich Bechers Lust an Sprachexperimenten, seine Vorliebe für ausgefallene Charaktere und sein politisches Engagement kulminieren in einem psychologischen Entwicklungsroman, der gleichzeitig Politthriller ist – immer vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit dem Faschismus.

»Meine Idee war, den Antikriminalroman zu schreiben, der in einer kriminellen Epoche spielt.«
Ulrich Becher

Rezensionen

»So gutgelaunt wurde selten eine Weltverzweiflung beschrieben. Ulrich Becher wirbelt die Sprache um und um, als hätte er sie erfunden.«
Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Eminenter Sprachwitz, bodenlose Selbstironie und tintenschwarzer Humor: In seinem Buch ›Murmeljagd‹ hat Ulrich Becher die Tragödie seiner Zeit in eine herrliche Groteske verwandelt. Ein wundersam herrliches Buch: gut, dass wir es wieder lesen können! Eine Herausforderung auch: schön, dass wir uns ihr stellen dürfen! Ein bis zum Ärgernis verschwenderischer Roman: lassen wir uns von ihm beschenken!«
Ernst Osterkamp, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Seine Sprache ist assoziativ, sprunghaft, brachial komisch, durchsetzt von Fremdsprachen, Dialekten, Redensarten und Liedtexten und ist dazu extrem dialogisch. Sie trägt den Leser organisch weiter, plappernd, krächzend, zärtlich flüsternd, ein vielstimmiges Höllengelächter. Dies ist eines der ganz seltenen Bücher, die einen mit physischer Gewalt ergreifen, die einen ihre Geschichte hören, riechen, schmecken, erleiden lassen. Nur wer, wie Ulrich Becher, der Katastrophe auch ihre Grotesken abzulauschen versteht, vermag seinen Leser wahrlich zu erschüttern. Denn das tiefste Erschüttern liegt direkt neben dem brüllenden Lachen, nirgendwo sonst.«
Eva Menasse, Die Welt

»Murmeljagd ist einer der besten Romane, die nach 1945 in deutscher Sprache geschrieben wurden.«
Bernhard Fetz, Neue Zürcher Zeitung

»Diesem Roman wünsche ich viele Leser. Von 1969 ist das turbulente Werk über eine Flucht vor den Nazis. Becher selbst war 21, als seine Bücher in Deutschland verbrannt wurden. Am 2.1. wird sein 100. Geburtstag gefeiert. Ein großer Autor, den es zu entdecken gilt. Wann, wenn nicht jetzt?«
Brigitte

»Ein gewaltiger Erzählstrom, in dem Becher mit sprachlichem Aberwitz die Schrecken jener Zeit bannt, mit Ironie und Phantasie Lebensgeschichten ineinander verzahnt und gleichzeitig eine ebenso feine wie raffinierte Liebesgeschichte erzählt.«
Peter Burri, Tages-Anzeiger

»Peter Härtling und Eva Menasse haben eine Gemeinsamkeit. Beide sind zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens Ulrich Bechers Roman ›Murmeljagd‹ begegnet, konnten sich von seiner Lektüre nicht losreißen und zählen ihn seitdem zu den wichtigsten Titeln ihres Leserdaseinen und der deutschen Nachkriegsliteratur.«
Florian Balke, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Zweifelsohne einer der wichtigen Romane der so genannten Emigrantenliteratur.«
Aargauer Zeitung

»Geradezu virtuos wechselt er die Tonlagen - von gnadenloser satirischer Schärfe zu komödiantische-grotesken Dialogsequenzen. (...) Das Werk Ulrich Bechers verdient eine (Wieder-)Entdeckung.«
Augsburger Allgemeine

»Ulrich Becher zieht in diesem in Handlung und Komposition vielschichtigen Werk alle Register des Erzählens.«
Die Rhein-Pfalz

»Ulrich Becher blieb trotz seines grandiosen Erzähltalents ein Außenseiter der Literaturgeschichte, einer, den zu entdecken sich lohnt.«
Bayerischer Rundfunk

»Das Buch von 700 Seiten hält die Spannung durch, das Leben in der Schweiz der 30er Jahre wird mit einem hinreißenden Mix aus Sprachkomik, Figuren aus allen Schichten und Landschaftsschilderung als Kulturbericht erzählt.«
Stephan Opitz, shz

»Immer bildreich und strotzend von Spachspielen, kommt das Buch, mal im Stakkato-Ton der Frontromane, mal im lauen Liebesgeflüster mit Gattin Xane, mal bitterernst, mal clownesk verspielt als Sammlung skurriler Charaktere daher, an denen der schwierige Mensch Becher seine Lust zu haben schien.«
Frankfurter Neue Presse

»Der Republikanismus und Moralismus diese Schriftstellers ist gebrochen durch groteske literarische Überzeichnungen und überbordende sprachliche Exaltiertheit, durch eine faszinierende und bizarre Mischung zeitgeschichtlicher Ereignisse mit Albträumen. MURMELJAGD von Ulrich Becher ist einer der besten Romane, die nach 1945 in deutscher Sprache geschrieben wurden.«
ORF Ex libris

»MURMELJAGD ist eine satirisch überzeichnete Milieustudie voll grotesker Figuren, die der Schöpfer des Bockerer mit unendlicher Sprachvielfalt durch die Handlung manövriert.
ORF TV

»Ulrich Becher, studierter Jurist und einziger Meisterschüler von George Grosz, ist ohne Frage ein sprachgewaltiger Wortartist vom Range eines Arno Schmidt, der den Leser immer wieder amüsiert, ihn häufig fesselt und erschüttert und ihn sicher auch herausfordert.«
Buchprofile

»Sprunghaft, wild assoziativ und ungestüm führt Becher den Leser in einem Parforceritt durch das Geschehen, arbeitet mit Rück- und Seitenblenden, die ein Porträt der aus dem Ruder gelaufenen Epoche bieten. Ein verrücktes Buch, wie es wohl kaum ein vergleichbares aus dieser Zeit gibt.«
Oliver Bentz, Die Rheinpfalz

»Es ist ein monumentaler Roman über Faschismus, Verfolgung und Exil voller Travestien, Sprachspiele, verzwickter Motivketten und einer Fülle von schrägen Figuren. Das ergibt eine komplexe, auch deftige Mischung, doch sie überzeugt, vor allem durch die ironische Brechung im Umgang mit dem Ich-Erzähler.«
Evelyne Polt-Heinzl, Die Furche

»Die ›Murmeljagd‹ ist ein pralles Erzählwerk, eigentlich genau die Art Buch, die immer wieder lauthals gefordert wird, von denen es aber in der deutschen Literatur so wenige gibt: ein sprachlich wagemutiges, unterhaltsames, engagiertes und skurriles Epos.«
Katharina Döbler, Deutschlandradio Kultur

»›Murmeljagd‹ ist ein turbulenter, schwindelerregender Widerstandskampf der Worte und der Roman eines Lebens.«
Katrin Hillgruber, Badische Zeitung

»Ulrich Becher war nicht nur ein künstlerisches Universaltalent, sondern sein schmales literarisches Werk offenbart auch eine ganz individuelle Stimme - stets changierend zwischen Satire und Tragödie, zwischen Komödie und Kolportage.«
Peter Mohr, Eßlinger Zeitung

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