Silke Scheuermann: Die Stunde zwischen Hund und Wolf

George Konell-Preis (Wiesbaden)

Silke Scheuermann
Die Stunde zwischen Hund und Wolf

Roman

174 Seiten. Gebunden.
€ 17,90   €[A] 18,40   
ISBN: 978-3-89561-371-5

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Zwei Schwestern treffen nach Jahren wieder aufeinander.
Ines, die kapriziöse Malerin, bittet um Hilfe, stößt aber auf Kälte und Ablehnung. Ihre Schwester möchte einen Schlußpunkt setzen: Nicht schon wieder will sie in das Muster der ewig Helfenden zurückfallen. Sie will mit der Welt ihrer Schwester nichts zu tun haben und ist doch zunehmend fasziniert. Als sich eine Affäre mit Kai, Ines’ Freund, anbahnt, verliert sie sich in einen fragwürdigen, rauschhaften Glückszustand – der sie eigenartigerweise zu ihrer Schwester zurückführt.
Die Stunde zwischen Hund und Wolf erzählt von der Desorientierung in einer Gesellschaft, die höchste Ansprüche stellt, selber jedoch an Alltäglichkeiten scheitert. Scheinheilige Entwürfe halten die Fiktion einer Geborgenheit aufrecht, selbst der Umgang mit der Vergangenheit wird auf sinnentleerte Bilder reduziert; manchmal ist vom Leben kaum mehr übrig als ein kalter Entzug. Doch die Hoffnung auf Veränderung bleibt – ein Zustand, den Silke Scheuermann melancholisch und humorvoll, lapidar und ergreifend schildert.

Platz 5 der SWR-Bestenliste März 2007
Platz 2 der SWR-Bestenliste Februar 2007

Rezensionen

»Atmosphärisch stark, mit leisem Humor, unsentimental und mitfühlend erzählt Silke Scheuermann dieses Kammerspiel.«
Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Silke Scheuermann hat den Bogen raus. Ihr erster Roman hat nichts von dem, was man bei so etwas erwartet: subjektive Ausschweifungen oder einen Überhang der Gefühle. Silke Scheuermanns Stärken liegen in atmosphärischen Verdichtungen und in der Kunst des Weglassens. Selbst die zwei, drei Sexszenen sind nicht peinlich - ein sachlicher Ton, der die Balance hält zwischen ernsthaften Suchbewegungen und Burleske.«
Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung

»Mit ihrem neuen Roman hat sich Silke Scheuermann in die vordere Reihe der jungen Autoren geschrieben. Für ihre Erzählungen erntete sie neben manch schönem Lob auch Verrisse. Es wurde klar, daß sie vom Judith-Hermann-Syndrom eingeholt worden war. Silke Scheuermann ist zwar ein Kind dieser Jahre, was bedeutet, daß die Probleme ihrer Helden luxuriös-alltäglich sind, und das hat sie mit Judith Hermann und den meisten ihrer Leser gemein. Aber ihr Ton ist lakonischer, ironischer, und hier, mit ihrem ersten Roman, haben wir eine Geschichte vor uns, die weit hinausgeht über die Befindlichkeitsstörungen junger Frauen, eine Geschichte, die ein großes altes Thema anrührend entfaltet: die Liebe.«
Ulrich Greiner, Die Zeit

»›Ich bin nichts‹ - die leitmotivische Wiederholung dieses Ausspruchs zeugt von der Leere hinter den Ambitionen und munteren Umtrieben der Figuren, von einem Unbehagen, das sich als elegische Atmosphäre über das erzählte Frankfurt legt und dafür sorgt, daß die Prosa Silke Scheuermanns als sehr gegenwärtig empfunden wird. Silke Scheuermann ist als Lyrikerin bekannt geworde. Ihre Stärke sind kurz aufleuchtende Bilder und vorbeifliegende Szenen. Aber sie beläßt ihre Hauptfigur nicht auf dem lyrischen Beobachterposten, sondern stößt sie hinein in das Leben dieses kurzen Romans wie in einen Wasserwirbel.«
Sandra Kerschbaumer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Silke Scheuermann hat für ihren ersten Roman einen wunderbaren, kühl poetischen, von leiser Melancholie durchwehten Ton gefunden. Ihre Sprache ist von einer erstaunlichen Kraft der Vergegenwärtigung. Sie kann dem Leser mit wenigen Worten sehr zeitgenössische Szenerien oder Verhaltensweisen vor Augen stellen. Nie wirkt das bei ihr wie eine modische Lifestyle-Reportage, sondern immer wie ein kunstvoll verdichtetes Abbild der Gegenwart. Wie Dichtung eben.«
Uwe Wittstock, Die Welt

»Nie gibt es bei der Leonce-und-Lena-Preisträgerin für Lyrik ein Zuviel an Gefühl. Sie bewahrt eine Distanz, die frösteln läßt. Und die in ihrer Scharfsichtigkeit fasziniert.«
Brigitte

»Silke Scheuermann erzählt davon, wie ein Leben im Mittelmaß mit Maßlosigkeit konfrontiert wird. Die Erzählerin wird ihrer Schwester am Ende näher sein. Ganz am Schluß dann, nach dem Abschied, dichte, zarte Worte für die schwierige neue Nähe. Überraschend.«
Carola Ebeling, Rheinischer Merkur

»Stilsicher und psychologisch einwandfrei erzählt Silke Scheuermann von Schuld und Vergebung, Mitleid und Verrat«
Shirin Sojitrawalla, Wiener Zeitung

»Kaum ein Buch hat so viele Vorschusslorbeeren bekommen: Als Vorabdruck im Feuilleton der FAZ konnte man sich schon süchtig lesen an Silke Scheuermanns dichter Erzählung DIE STUNDE ZWISCHEN HUND UND WOLF. Schon nach ein paar Seiten merkt man, daß die Kritikereuphorie gerechtfertigt war.«
Main-Echo

»Silke Scheuermanns erster Roman: meisterhaft.«
Anne-Catherine Simon, Die Presse

»Der Roman endet mit einer atemberaubend surrealistischen Hoffnung, ja Utopie. Die indes so hinreißend zart geschildert ist, wie Silke Scheuermann auch Emphase, Dramatik und Poesie zu fassen und zu schildern weiß. Diese Stimme hat Zukunft.«
Sophia Willems, Westdeutsche Zeitung

»Das Faszinierende an dem Buch ist die Art, wie Silke Scheuermann über Gefühle schreibt. Hier ist nicht die Kälte das Entscheidende, auch nicht die ratlos-gleichgültige Ahnungslosigkeit über das eigene Innenleben, die, von Judith Herrmann bis zu Peter Stamm, in den letzten Jahren immer wieder und überzeugend inszeniert wurde. Daß man dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen will, hat mit der Unberechenbarkeit der Gefühle zu tun, die Silke Scheuermanns Figuren wie in einer antiken Tragödie zwischen den glänzenden Oberfläche ihrer Welt hin- und herwerfen.«
Christine Lötscher, Tages-Anzeiger

»Gefühle erleben Silke Scheuermanns Figuren als etwas Unberechenbares, sie begegnen ihnen mit Skepsis. Aber auch wenn großstädtische Unverbindlichkeit und das Provisorium zu ihrem Alltagsgefühl gehören, gibt es bei der Erzählerin eine Sehnsucht danach, daß sich die disparaten Teile des eigenen Lebens irgendwann zu einem Ganzen fügen mögen.«
Kölner Stadt-Anzeiger

»Geistreich-ironisch, mit berührender Tiefe wird die Begegnung zweier Schwestern geschildert, die, gefangen in Kindheitserinnerungen, sich erst als Erwachsene kennen- und akzeptieren lernen müssen. Aus diesem Stoff webt Scheuermann ein dichtes Sprachgewebe, in dessen Maschen die Identitäten der Figuren sich mehr und mehr verlieren. Mit dem vorliegenden Roman hat sich die Autorin in die obere Liga auch dieser Literaturgattung katapultiert.«
Nicoletta Hagedorn, Berliner Literaturkritik

»Silke Scheuermann geht es nicht nur um die Krise zweier Schwestern, sondern um Frauen, die zwischen Skandalen und Katastrophen nach ihrem wahren Ich suchen. Sie fängt das Lebensgefühl unserer Tage dabei perfekt ein.«
Woman

»Silke Scheuermann hat ein Sprachgefühl, das Staunen macht, und eine ungeheure Fertigkeit darin, Beobachtungen zu schildern. DIE STUNDE ZWISCHEN HUND UND WOLF ist eine Geschichte, die durch das Sprachvermögen der Autorin zu einem Stück zeitloser Literatur wird. Mit diesem Roman hat sich Silke Scheuermann in die erste Liga geschrieben.«
Katrin Schings, Berliner Zeitung

»Silke Scheuermann erzählt in wunderbar poetischem, leise melancholischem Ton.«
Focus

»Die Alltagssituationen sind meisterlich beobachtet und stilsicher mit leichter Selbstironie erzählt, das dichte Nebeneinander vermittelt so grandios die Atmosphäre von Sprachlosigkeit und Einsamkeit.«
u_mag

»Eine ungewöhnlich komplexe und vielschichtige Geschichte. Kein Zweifel: In ihrem ersten längeren Prosatext ist Silke Scheuermann das subtile Porträt einer komplizierten Geschwisterbeziehung geglückt.«
Ingo Arend, Freitag

»Silke Scheuermann schildert das ambivalente Abhängigkeitsverhältnis zwischen den beiden Schwestern mit kühlem Blick und feinem Sensorium für Zwischentöne. Die Gefühle bleiben unter der Oberfläche der Ereignisse und der Sprache verborgen. Das Unausgesprochene sichtbar zu machen, ist ihre große Leistung. Der Roman spielt in einem Raum ohne Moral, in dem auch die Liebe zu etwas Beiläufigem geworden ist. Aber er stellt die ganz großen Fragen: Was ist der Mensch? Was ist das richtige Leben?«
Jörg Magenau, Tagesspiegel

»Gekonnt zeichnet Silke Scheuermann ein Personengefüge, das in seiner Offenheit Spannung erzeugt, und anstatt bei der Beschreibung der Zeitgeistbefindlichkeit orientierungsloser junger Menschen stehen zu bleiben, entwirft sie eine komplexe Ökonomie der Gefühle, deren Strukturprinzipien sie aufmerksam nachspürt.«
Antje Korsmeier, die tageszeitung

»Überraschende Wendungen und trockener Humor machen aus DIE STUNDE ZWISCHEN HUND UND WOLF eine atemberaubende Erzählung. Silke Scheuermann beweist mit ihrem Debüt großes erzählerisches Talent.«
Andreas Tobler, Berner Zeitung

»Unsentimental und gleichzeitig mitfühlend erzählt Silke Scheuermann von menschlicher Wärme und Kälte - und der ewigen Hoffnung auf Veränderung.«
Freundin

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