Sherwood  Anderson: Winesburg, Ohio

Sherwood Anderson
Winesburg, Ohio

Erzählungen
Mit zahlreichen Abbildungen
Aus dem Englischen neu übersetzt und mit einem Essay von Mirko Bonné

328 Seiten. Leinen.
€ 22,95   €[A] 23,60   SFR 32,90
ISBN: 978-3-89561-232-9

»WINESBURG, OHIO von Sherwood Anderson ist einer der schönsten Erzählbände der modernen Literatur.«
Amos Oz

WINESBURG, OHIO erstmals erschienen 1919, ist ein romanartiger Reigen aus Erzählungen. Im Mittelpunkt stehen die Bewohner einer fiktiven Kleinstadt im Mittleren Westen, beobachtet von George Willard, einem jungen Mann, der dort aufwächst und als Reporter des Winesburg Eagle noch den kleinsten Geschehnissen in der Stadt voller Staunen begegnet. Willard ist ein Suchender, einer, den es in die Ferne zieht und der seine schriftstellerische Begabung entdeckt.

Die anderen Bewohner sind verschrobene, oft gescheiterte Gestalten, die darum ringen, ihrer Einsamkeit zu entkommen und ihre Sprachlosigkeit zu überwinden. Da ist der frühere Lehrer Wing Biddlebaum, der ängstlich darum bemüht ist, seine Hände zu verbergen. Oder Reverend Hartman, der daran verzweifelt, dass er sich in die Lehrerin Kate Swift verliebt hat, während diese ihre Leidenschaft hinter einem gestrengen Äußeren verbirgt, bis sie, wie so viele Winesburger, einen nächtlichen Ausbruchsversuch unternimmt. Er endet kaum anders als für die jahrelang vergeblich auf die Rückkehr ihrer Jugendliebe wartende Alice Hindman: Eines Nachts schüttelt auch sie alle Konventionen ab, aber ihr Abenteuer endet anders als gedacht.

Aufgrund seiner radikalen Modernität zählt WINESBURG, OHIO zu einem der wichtigsten Werke der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Das Buch beeinflusste zahlreiche Schriftsteller, darunter Fitzgerald, Faulkner, Steinbeck, Hemingway, Salinger und Bradbury.



»Die eigentliche Besonderheit von WINESBURG, OHIO besteht in einer geistigen Essenz, einem bestimmten obstkuchensüßen Lebensgefühl, wie es sich in Amerikas einsamen, verstreuten Haushalten ereignet.«
John Updike

Rezensionen

»Mirko Bonnés Fassung liest sich oft flüssiger, man stolpert seltener über Formulierungen, die ein bisschen altmodisch oder gestelzt wirken. .. Oft wirken Bonnés Formulierungen pointierter.«
Wolfgang Schneider, Der Tagesspiegel

»Dank der tollen Neuübersetzung ist der Klassiker so aktuell wie damals.«
Thomas Kunze, HörZU

»Welchen Sinn wir unserem Leben geben, darum geht es in Andersons Buch, das ... Generationen von englischsprachigen Schriftstellern beeinflusste. Ernest Hemingway gäbe es nicht ohne Anderson, und allein damit hat der Dichter aus dem Südwesten des US-Bundesstaates Ohio seinen Platz in der Literaturgeschichte sicher.«
Thomas Andre, Hamburger Abendblatt

»Grandiose Wiederentdeckung in doppelter Neuübersetzung. ... Anderson nähert sich seinen Figuren nicht mit hohlem Pathos, sondern mit Menschlichkeit und Erkenntnisanspruch. Das Resultat ist eine unauffällig kunstvolle Sprache, der beide Übersetzungen auf jeweils komplett unterschiedliche Weise gerecht werden. ... Empfehlen kann man beide ohne Einschränkung.«
Christoph Schröder, Frankfurter Rundschau

»Nun erschienen diese Geschichten über eine teils verschrobene, teils verlogene kleinbürgerliche Gemeinde in neuer, hervorragend gelungener Übersetzung, ein Meisterwerk, ein Meilenstein.«
Kleine Zeitung

»Diese Kunst, in unscheinbaren Details, in alltäglichen Begegnungen, in kleinen Gesten Großes zu entdecken und es lakonisch und mit Understatement zu erzählen, die beherrscht Anderson perfekt. Was übrigens die Nachworte anbelangt: Mirko Bonnés in der Schöffling-Ausgabe ist ungleich länger als das von dem prominenten Schriftsteller Daniel Kehlmann im Manesse-Band. Bonnés ist näher am Text und an einigen Figuren dran und beleuchtet damit schärfer jene Meisterschaft, die Sherwood Anderson zu einem Klassiker macht.
Stefan Sprang, Märkische Allgemeine

»Umso schöner, dass jetzt gleich zwei Neuübersetzungen erschienen sind. (...) Am besten hat man (wie der Rezensent) beide; liest eine selbst, leiht die andere der Partnerin oder dem Partner, sorgt zum verabredeten Zeitpunkt für geordneten Tausch und achtet vor allem darauf, dass keine wegkommt. (...) Es kann zwei sich stark unterscheidende Versionen geben, die beide auf ihre Weise recht haben. Und das ist hier der Fall.«
Paul Ingendaay, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Zwei neue (gute und sorgfältige, den lakonischen Ton des Autors treffende) Übersetzungen … Es fällt schwer, sich zwischen den beiden neuen deutschen Ausgaben zu entscheiden.«
Manuela Reichart, Deutschlandradio

»Im deutschen Sprachraum allerdings blieb der direkte Zugang zu diesem so einfach wirkenden und zugleich so rätselhaft verknüpften Werk lange versperrt und wucherte nach der Erstübersetzung des Büchnerpreisträgers Hans Erich Nossack im Lauf der Jahrzehnte zu. Nun haben also gleich zwei Übertragungen neue Wege nach Winesburg gefunden. Beide Arbeiten sind in sich stimmig und nah am Original. (...) Mirko Bonné, einer der vielseitigsten unter den jüngeren Autoren, scheint auch die Intentionen Andersons aufspüren zu wollen, die er ins heutige Deutsch transportieren möchte. Sein Text vermittelt ein Gespür für die Welt hinter dem Text, die von historischen Aufnahmen des Winesburg-Vorbilds ergänzt wird. «
Hans-Jost Weyandt, Spiegel Online

»Warum dieses Buch so bedeutend geworden ist, kann man jetzt überprüfen: Innerhalb von einer Woche erscheinen nämlich Anfang Januar gleich zwei neue deutsche Übersetzungen … In der von Schöffling gibt es historische Fotos aus Clyde und vom Originalmanuskript …«
Tobias Rüther, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Eine herausragende Neu-Übersetzung dieses amerikanischen Klassikers.«
Stefan Sprang, Hessischer Rundfunk

»Der amerikanische ›pursuit of happiness‹ ist tief religiös fundiert, und er hat eine grüblerische, weltverlorene, oft auch obsessive Seite. Es gibt kaum ein Buch der amerikanischen Literatur, das diese Saite so vollkommen und zauberhaft zum Schwingen bringen würde wie Sherwood Andersons WINESBURG, OHIO. Soeben sind zwei Neuübersetzungen von ihm erschienen. Beide sind lesenswert und kommen dem Original so nahe, wie das möglich ist beim Übertragen vom konzisen, direkten, schlanken Englisch ins gewölbtere und aufwendigere Deutsche. Aus den Übersetzungen, die beide der Präzision und Knappheit verschrieben sind, hört man sogar Andersons Sprachmelodie durch.«
Thomas Schmid, Literarische Welt

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