Ror Wolf: Die Vorzüge der Dunkelheit

»Buch des Monats« der Darmstädter Jury im Juli 2012.


Ror Wolf Werke

Ror Wolf
Die Vorzüge der Dunkelheit

Neunundzwanzig Versuche die Welt zu verschlingen
Horrorroman
Mit 79 farbig reproduzierten Collagen

272 Seiten. Leinen.
€ 24,95   €[A] 25,70   
ISBN: 978-3-89561-307-4

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Ein Ereignis: der neue Roman von Ror Wolf

Es beginnt mit verschwundenen Körperteilen, explodierenden Straßen, einem Knistern, Knacken, Zischen und Schaben. »Plötzlich begann sich die ganze Welt zu bewegen, sie begann zu dampfen und lautlos zu zittern.«

Ror Wolf, der große Sprachartist und Meister der grotesken Komik, legt zu seinem 80. Geburtstag einen neuen Roman vor. Er berichtet vom Aufbruch des Ich-Erzählers in eine entfesselte Wirklichkeit, von seiner Reise durch wuchernde, apokalyptisch anmutende Landschaften, bevölkert von namenlosen, gefräßigen Kreaturen, seinen Begegnungen mit geheimnisvollen Damen in Bahnhofshotels und Bierkneipen.

Innerhalb eines Lidschlags wechseln die Kontinente. Losgelöst von Raum und Zeit entsteht ein Stück des einzigartigen Kosmos von Ror Wolf: ein zugleich alptraumhaftes und faszinierendes Panoptikum voll doppelter Böden, Tapetentüren und plötzlich aufreißender Abgründe.

Ror Wolf schreibt kraftvoll, wortmächtig und verstörend komisch – aber niemals gefällig. Abseits jeder Regel konventioneller Literatur führt er seine Leser in ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang, auf eine Expedition in die unberechenbaren Welten jenseits unserer Realität.

Rezensionen

»Unsterblich wie Comicwelten, manche meinen sogar: dämonisch fast, wie ganz grosse Literatur.«
Andreas Nentwich, NZZ am Sonntag

»Ein grandioser ›Horrorroman‹. (...) Wolf gehört zu den Vertretern einer fantastischen Literatur, die auf Illusionen jeder Art verzichten. Sein Wortzauber drückt ein großes Misstrauen gegen das sinnstiftende Erzählen aus, ohne der Lust am Text zu entsagen. Die Abenteuer, die es bei ihm zu bestehen gilt, sind Abenteuer des Unerwarteten auf der Ebene des Satzes. (...) Wolfs Wirklichkeit ist eine konsequent konstruierte, ganz wie seine an Max Ernst geschulten, diesmal wunderbar farbigen Collagen, mit denen der Band sehr großzügig ausgestattet ist. Hier gesellen sich Menschen, Tiere und Landschaften zueinander, manchmal in friedlicher, manchmal in feindseliger Absicht, aber nie so, wie man es erwarten würde. Bleibt die Bitte, es mögen weitere Horrorromane folgen.«
Tim Caspar Boehme, die tageszeitung

»Wenn wir am Ende so klug sein könnten wie die Texte von Ror Wolf, dann hätten wir schon ein bisschen was von der Welt und vom Leben verstanden.«
Hilmar Klute, Süddeutsche Zeitung

»DIE VORZÜGE DER DUNKELHEIT, Ror Wolfs aktueller Horrorroman, ist eine Reise durch wuchernde, apokalyptisch anmutende Landschaften, bevölkert von namenlosen, gefräßigen Kreaturen.«
Denis Scheck, ARD Druckfrisch

»Er ist ein Dichter, der in seiner Prosa an einem einzigen ­großen Buch schreibt, mit Verästelungen und Wiederholungen, wiederkehrenden Motiven, überraschenden Schönheiten (...) Im rasanten Vorwärtshasten durch eine unverständlich gewordene Realität spiegelt sich unser eigenes gegenwärtiges Erleben. Vom Zappen durch Zeitung, Nachrichten, Talkshows, Serien unterscheidet es sich fundamental. (...) Unter Ror Wolfs Bearbeitung erhält die selbst in ihren Schrecken staubige, routiniert konsumierte Wirklichkeit – zur Not genügt die Lektüre einer halben Seite als Zwischenimbiss – Schimmer und Oszillieren zurück, wird kurzfristig und wir, die Leser, mit ihr, frisch, fremd, ›tadellos sprühend‹.«
Brigitte Kronauer, Der Falter

»DIE VORZÜGE DER DUNKELHEIT ist Literatur erster Klasse. ... Eine große, beängstigende Geschichte. Ein Kunstwerk.«
Matthias Kußmann, Deutschlandfunk

»Ror Wolfs ungestümer, hemmungsloser Umgang mit Sprache und bildhaften Verkettungen ist schlichtweg atemberaubend.«
Dagmar Leupold, BR2 Mein Favorit

»Die Bilder sind beste post-surrealistische Collage-Kunst, an der man sich kaum sattsehen kann.«
Matthias Kußmann, Deutschlandradio

»Ror Wolf ist der letzte Mohikaner jenes Sprachspieles, das in den 1950er/60er Jahren in der sogenannten experimentellen Literatur zur Blüte gebracht und sogleich auch zu Grabe getragen wurde. Weiterführen konnte es nur jemand wie Ror Wolf, der es weiterzuführen verstand - ohne Zugeständnis ans Publikum, aber dennoch smooth, voller schwarzem Humor und bisweilen von beklemmender Düsternis, die sich als Leichtigkeit ausgibt ...«
Peter Zimmermann, ORF Ex libris

»Ror Wolf hat einen besonderen Blick für das Alltägliche, die Grotesken und Fährnisse des Lebens, die Schräglagen des Moments. ... Der Text im neuen Buch von Ror Wolf wird von ganzseitigen Bild-Collagen begleitet, die den Surrealismus des Geschriebenen halten. Wolf bedient sich bei historischen Illustrationen und technischen Zeichnungen und versetzt sie in eine traumhafte, auch albtraumhafte Welt - und wie im Traum kommen Vagheit und Präzision in Text und Bild sehr gut miteinander aus.«
Katrin Hillgruber, Bayerischer Rundfunk

»Ein ebenso aufregendes, wie verstörendes Meisterwerk. .. Ein surrealistischer Horrortrip auf höchstem sprachlichen Niveau. Aufwändig gestaltet ist dieser Roman ein nachhaltig irritierendes Lese- und Schauererlebnis.«
HR 2 Kultur

»Schrecken und Schönheit: Ror Wolf, Großmeister des (post-)avantgardistischen Sprachspiels, entwirft in seinem ironischen Horrorroman das Bild einer fantastischen, katastrophisch zersplitternden Welt - ein ungewöhnlich schönes Buch zum Schmökern, Blättern.«
Jan Schmelcher, Hessischer Rundfunk Online

»Der mysteriöseste Autor der deutschen Gegenwartsliteratur. ... Ror Wolf hegt eine tiefe Leidenschaft für Zahlen und Aufzählungen: Neundzwanzigmal lässt er nun seinen Ich-Erzähler in eine fremde, entfesselte Wirklichkeit aufbrechen, flankiert von verstörenden Collagen, die aus Träumen stammen könnten. Es sind die Falltüren des Bewusstseins, die den Schriftsteller udn sein Alter Ego Raoul Tranchirer seit Jahrzehnten beschäftigen.«
Katrin Hillgruber, Stuttgarter Zeitung

»Ror Wolfs Spezialität sind kleine, oft winzige, kaum wahrnehmbare semantische Verschiebungen zum Zwecke einer ›Verfälschung der Wirklichkeit durch Worte‹. Die Sprache kann buchstäblich alles, das führt er auf immer wieder überraschende Weise vor. Sie kann mit wenigen Sätzen eine Welt einrichten und dann gleich wieder zum Verschwinden bringen, als wäre nichts dabei. Dabei verzichtet Wolf auf jede psychologische Plausibilität, er verwirft unaufgeregt jede stabile Ordnung, und gerade das ergibt komische Situationen zuhauf. In seinen Texten weckt und schürt er Erwartungen, die er gezielt wieder enttäuscht, er verweigert Pointen – und schafft gerade dadurch neue.«
Martin Zingg, Neue Zürcher Zeitung

»Ror Wolf schmiedet immer noch die schönsten Komplotte.«
Florian Balke, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Surreale Traumlandschaften, collagiert aus alten Stichen, See- und Gebirgsstücke, Dschungel, Gletscher, Gestade, fremde Länder, Wellengebirge, auf denen Häuser treiben, ein springender Fisch, auf dem ein Junge reitet, ein Frackträger unter Pinguinen, ein fliegendes Nashorn, ein Kranker im Bett im Gebirge. Phallisches hier, Anatomisches dort, eine Gabel im Hals einer Schönen. Man kann sich von der Phantastik dieser Bilder treiben lassen - die mal bizarr ist oder grotesk, idyllisch, mal komisch, ein wenig antiquiert, immer rätselhaft und sensationell - und so gleichsam in 79 Bildern um die Welt reisen. Doch auch der Text ist voller Sensationen. Ein Reise-, ein Traum-, ein Abenteuer-, ein Entdeckerroman.«
Hans-Jost Weyandt, Spiegel Online

»Die 29 Kapitel des Bandes sind durchsetzt von Bild-Collagen, in deren surreale Kompositionen, wie in den Texten, unversehens horrible Details einbrechen in scheinbar arglose Situationen. Der literarische Gehalt dieser Erzählungen vom Ende der trostlos sich selbst verschlingenden Welt verbindet den Dichter Ror Wolf mit Lautréamont, auch mit Soupault und Vitrac, das Raffinement der korrespondierenden Bild-Montagen den Collagisten mit einer Linie, die von Max Klinger bis zu Max Ernst reicht. In jeder Hinsicht wort- und bildmächtig ist DIE VORZÜGE DER DUNKELHEIT ein großer Wurf.«
Peter Iden, Berliner Zeitung

»Die 29 VERSUCHE, DIE WELT ZU VERSCHLINGEN sind ein dadaistisches und typisch Ror Wolfsches Werk: Ort und Zeit wechseln mt einem Atemzug, Sinn und Sinnlosigkeit ergänzen sich zu wunderschönen Wortspielen. ... Diese neuen Welten sind so fantasievoll grotesk und herrlich komisch, dass man eigentlich gar nicht anders kann als sie eine nach der anderen genüsslich zu verschlingen.«
Jan Ehlert, NDR Kultur

»Wolfs Werke wirken auf geniale Weise abseitig, schräg und erfüllt von subversiver Drolligkeit. Sie profitieren vom französischen Nouveau Roman genauso wie vom Existentialismus. Mal erinnern sie an Comicstrips, dann an Westernparodien oder Collagen von Max Ernst. Sich auf diese Art Dichtung einzulassen, bedeutet eine abenteuerliche Achterbahnfahrt.«
Ulf Heise, Märkische Allgemeine

»Ein illustrer Horrorroman. ... Überraschendes Erzählen und Collagieren, surreale Anschläge auf die Wirklichkeit in Wort, Bild und Ton, die sich harmlos als ›Nachrichten aus der bewohnten Welt‹ tarnen.«
Katrin Hillgruber, Der Tagesspiegel

»In seinen Werken beschäftigt Wolf sich auf skurrile Art mit der Wirklichkeit. Personen kommen und gehen, es passiert etwas oder auch nicht, das weiß man nie so genau, er zerreißt typische Sinnzusammenhänge und spielt mit den Erwartungen der Leser.«
Stern.de

»Wolfs Prosa ist diskontinuierlich, phantastisch, atemberaubend musikalisch, in rhythmisierten Wort- und Satzreihen federnd und schwebend, sie ist filmisch, Ror Wolfs Liebe zum Jazz und zum Kino, zum Slapstick, zu Buster Keaton und Laurel & Hardy ist stets spürbar.«
Jürgen Roth, Junge Welt

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