Olga Tokarczuk
Der Gesang der Fledermäuse
Roman
Mit Illustrationen von Jaromir 99
Aus dem Polnischen von Doreen Daume
352 Seiten. Gebunden.
€ 22,95 €[A] 23,60 SFR 32,90
ISBN: 978-3-89561-466-8
Der neue Roman von Olga Tokarczuk ist ein spannender moralischer Thriller. Die schrullige Erzählerin Janina Duszejko, Dorflehrerin für Englisch und im Winter Hüterin der Häuser von Sommerfrischlern auf einem windgepeitschten Hochplateau im Glatzer Kessel, hat zwei Leidenschaften: für Astrologie und für Tiere. Außerdem kämpft sie mit einem tückischen Leiden, liest und übersetzt mit einem ehemaligen Schüler die Gedichte von William Blake und räsoniert über die Sterne, die Menschen und die Bedeutung von Namen.
Vor allem aber entwickelt die Erzählerin kuriose Theorien über die an Tieren begangenen Verbrechen. Als in der Umgebung eine Leiche nach der anderen gefunden wird, ist sie, die allgemein als Verrückte angesehen wird, der Polizei immer einen Schritt voraus. Dabei weiß sie das unauffällige Erscheinungsbild einer »alten Frau mit Plastiktüte in der Hand« geschickt zu nutzen. In ihrem einsamen Kampf für die Sache der Tiere legt sie sich mit den Honoratioren der Umgebung, mit der Polizei und sogar mit der Kirche an – und begibt sich dabei in große Gefahr.
Olga Tokarczuks neuer Roman ist voll skurrilem Witz, ein spannender Krimi und zugleich ein engagiertes Plädoyer für den humanen Umgang mit der Natur.
Rezensionen
»Olga Tokarczuks neuer Roman DER GESANG DER FLEDERMÄUSE ist eine Art Antiheimatroman über die schlesische Bergwelt und zugleich Krimi, Sozialstudie, Sittenporträt, schräge Liebesgeschichte und philosophischer Essay über das fragwürdige Verhältnis des Menschen zu Tieren und zur Natur. ... Eine ebenso geheimnisvolle wie spannende Geschichte. ... DER GESANG DER FLEDERMÄUSE soll verfilmt werden. ... Bildmächtiger als das Buch kann der Film wohl kaum werden.«
Tanja Dückers, Jungle World
»In dem sprachlich bis ins feinste Detail ausgefeilten Opus mischen sich Elemente des Thrillers mit philosophischen Betrachtungen. Das prickelnde und zugleich intelligente Fabulieren der momentan wichtigsten polnischen Schriftstellerin umgarnt so, dass man süchtig danach zu werden droht.«
Ulf Heise, Märkische Allgemeine Zeitung
»Olga Tokarczuks Roman ist wunderbar verdreht und verrückt, getragen von Zuneigung für die seitlich Umgeknickten, die am Rande der Gesellschaft Stehenden, die Originale. Es ist nicht nur ein Tierschützerroman, sondern auch ein ungewöhnlicher Roman über das Altern ... Olga Tokarczuk ist eine Parodie gelungen - auf die Branche der düsteren Weltdiagnostiker und Zivilisationskritiker - und eine zarte Verspottung des Kriminalromans.«
Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur
»Olga Tokarczuk ist eine ausgezeichnete Menschenerfinderin, jeder einzelne Charakter prägt sich ein … Wieder erzählt Tokarczuk eine ganz eigene Geschichte, und sie hat für ihren gelassen-verstiegenen Krimi, der innerhalb der üblichen Spannungsdramaturgie die verzögernden Elemente deutlich bevorzugt, eine originelle Form gefunden. … Die Tier-Bücher von Jonathan Safran Foer und anderen Kritikern der Schlachthöfe sind aufrüttelnd moralisch gedacht. Tokarczuk gibt dem Thema einen ironischen Touch, indem sie ihre Ich-Erzählerin radikale Ansichten vertreten lässt, den Leser durch ihre Abseitigkeit aber doch für sich einnimmt. Geschickt hält sie ihr Publikum an der langen Leine. … Man bewundere Tokarczuks bilderreiche Sprache, ihre Einfälle, Abschweifungen und amüsiere sich über die astrologischen Ideen.«
Hans-Peter Kunisch, Süddeutsche Zeitung
»DER GESANG DER FLEDERMÄUSE ist Tierschützerroman, Krimi und scharfe Zivilisationskritik in einem. … Dieser Roman ist ein Pastiche, der mit bekannten Mustern der Gattung spielt und dieses Spiel mit viel Ironie und Witz betreibt. … Ihr Talent, einen philosophisch ambitionierten Stoff in eine leichte literarische Form zu verpacken, hat Olga Tokarczuk schon mehrmals den Vergleich mit Umberto Eco eingebracht, und, wie es scheint, hat er auch in diesem Fall seine Berechtigung. Ebenso wie der mit Gabriel García Márquez, mit dem sie die Fähigkeit verbindet, eine in sich geschlossene Welt zu erschaffen und eine alltägliche Situation in eine Katastrophe respektive ein Geheimnis münden zu lassen. Kurz, sie zeigt erneut ihr ganzes stilistisches Können ...«
Marta Kijowska, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»DER GESANG DER FLEDERMÄUSE ist ein Krimi mit parodistischem Ansatz und voll schwarzem Humor und zugleich ein Plädoyer für mehr Nachdenklichkeit und Humanität im Umgang mit der Natur. ... Tokarczuk zeigt wieder einmal ihr ganzes stilistisches Können. Die Genauigkeit ihrer Beschreibung, die jedes noch so kleine Detail greifbar macht. Die Kraft und Präzision ihrer Sprache. Ihre Fähigkeit, philosophische Tiefe mit epischem Nerv zu verbinden: All das überzeugt genauso wie die Psychologie ihrer Figuren. ... An Umberto Eco erinnert hier die Geschicklichkeit, mit der Tokarczuk einen philosophischen ambitionierten Stoff in eine leicht literarische Form verpackt. An Garcia Márquez ihre Fähigkeit, eine in sich geschlossene Welt zu erschaffen und eine alltägliche Situation in eine Katastrophe beziehungsweise ein Geheimnis münden zu lassen. Da sie dabei eine ungewöhnlich scharfe Zivilisationskritik übt, ist DER GESANG DER FLEDERMÄUSE ihr bisher mutigster Roman. Durch die Krimiform und die satirischen Töne – ihr spannendster und amüsantester.«
Marta Kijowska, Deutschlandradio
»Doreen Daume hat den Roman sehr klar und eindringlich übersetzt. Der Schöffling Verlag fügte der deutschen Ausgabe die Illustrationen der polnischen Erstausgabe aus dem Jahr 2009 hinzu, was gar nicht mehr üblich ist und umso mehr Anerkennung verdient, denn es unterstreicht die Eigenart der Erzählung.«
Irina Liebmann, Literarische Welt
»Olga Tokarczuks Sprache ist – auch in der Übersetzung von Doreen Daume – von großer Wucht und Unerbittlichkeit. Ebenso der philosophische Kern ihres Romans.«
Niels Beintker, Bayerischer Rundfunk
»Tokarczuk verbindet Archetypen und Mythen spielerisch mit satirischen und poetischen Elementen. So ist DER GESANG DER FLEDERMÄUSE Heimat- und Aussteigerroman, Krimi, Persiflage und zivilisationskritisches Pamphlet in einem.«
Carsten Hueck, DeutschlandRadio
»Sehr spannend. (...) Beeindruckend. (...) Ein ungewöhnlicher Roman.«
Anne Dore Krohn, RBB-Kulturradio
»Die große Autorin spielt mit dem Krimigenre: unerhört unterhaltsam.«
Gazeta wyborcza

