Nenad Popovic: Kein Gott in Susedgrad

Nenad Popovic
Kein Gott in Susedgrad

Neue Literatur aus Kroatien
Aus dem Kroatischen von Matthias Jacob, Blanka Stipetić, Monika Milosavljević, Andrea Meyer-Fraatz, Klaus Detlef Olof, Katharina Wolf-Grießhaber, Patricia Fridrich, Jasmina Urukalo, Brigitte Döbert, Tatjana Petzer und Susanne Böhm-Milosavljević.

304 Seiten. Gebunden.
€ 19,90   €[A] 20,50   
ISBN: 978-3-89651-399-9

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Mitte der 90er Jahre meldet sich eine Generation kroatischer Autoren zu Wort, die vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Staates Jugoslawien zu schreiben begonnen hat. Es sind neue Stimmen, deren Literatur ohne den Krieg nicht denkbar ist: Vertreibung, Belagerung, Flucht haben sie zu Zeugen innerer und äußerer Verwüstungen gemacht – und eine ungeheure Kreativität freigesetzt.
Kein Gott in Susedgrad sammelt Texte dieser verloren geglaubten Generation, die mit Entschlossenheit und Einfallsreichtum die literarische Landschaft Kroatiens neu belebt. Junge, urbane Autoren präsentieren sich auf Festivals, veröffentlichen in neu gegründeten Zeitschriften und setzen sich mit ihrer Liebe zur Short Story formal vom Pathos des Nationalismus ab. Sie entführen uns mit ihren Texten in einen Nachkriegsalltag, der von fundamentalen Umbrüchen geprägt ist.

Mit Beiträgen von Stanko Andrić, Tomica Bajsić, Vlado Bulić, Boris Dežulović, Zoran Ferić, Tatjana Gromaća, Simo Mraović, Robert Perišić, Roman Simić, Dalibor Šimpraga, Igor Štiks.

Rezensionen

»Es fehlt nicht an harten Abrechnungen mit der kroatischen Vergangenheit und Gegenwart, und doch wird die Anthologie nicht von der Politik dominiert, es sei denn, man versteht darunter auch die Politik des Alltags, den luziden Blick auf prekäre gesellschaftliche Befindlichkeiten, auf zwischenmenschliche Beziehungen im Zeichen von Zerrüttung, Gewalt, sex and drugs oder schlichter Perfidie. Nenad Popovics Anthologie ist eine Entdeckung.«
Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung

»Genau hier beginnt die neue kroatische Literatur.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Eine wirre Mischung aus Tragik und Ekel, Verzweiflung und Komik gibt den hektischen Grundton. Die Protagonisten der Texte sind hypernervös, gewalttätig gegen sich und andere. Liebesgeschichten münden in innere Leere, der Sex ist hart und schmutzig - wie der Krieg.«
Mathias Schnitzler, Berliner Zeitung

»Die Themen lassen sich mühelos mit ›sex and drugs and rock'n roll‹ zusammenfassen. Dazu passend dominieren realistische Erzählweisen. In Kroatien scheint die Post auf westeuropäisch-amerikanische Weise abzugehen.«
Jörg Plath, Deutschlandradio

»Ein hervorragender Überblick über die Entwicklung der kroatischen Literatur nach 1990 von skizzenhaften Momentaufnahmen bis zu ganze Epochen umfassende Erzählungen: Alltägliche Szenen der Gegenwart folgen auf historische Parabeln, nüchterne Enzyklopädie-Kapitel stehen neben sinnlichen Ausschweifungen.«
Tanja Betzmeir, StadtRevue Köln

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