Monica Cantieni
Grünschnabel
Roman
240 Seiten. Gebunden.
€ 19,95 €[A] 20,60 SFR 28,50
ISBN: 978-3-89561-345-6
- Hörprobe (MP3, 11,6 MB)
- Besprechung in DRS2aktuell (MP3 / 1,4MB)
- Leseprobe
- als E-Book erhältlich
- Autorenporträt Monica Cantieni
- Lesungstermine
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»Mein Vater hat mich für 365.- Franken von der Stadt gekauft.« So beginnt die Geschichte eines Kindes, das, zur Adoption freigegeben, bei neuen Eltern im Immigrantenmilieu der 1970er Jahre landet. Inmitten dieser bunt gemischten Umgebung versucht das Kind Fuß zu fassen und sich, mit Hilfe einer Wörtersammlung in vielen Streichholzschachteln, zurechtzufinden. Was nicht so einfach ist; und richtig groß werden die Probleme, als es beim italienischen Gastarbeiter im Kleiderschrank eine Entdeckung macht, die eine Lawine auslöst.
GRÜNSCHNABEL besticht durch ungewöhnlichen Bilderreichtum, eine eigenwillige Erzählweise und lakonische Dialoge. Monica Cantieni wurde für diesen Roman vom Aargauer Kuratorium gefördert. Felicitas Hoppe urteilte als Mitglied der Jury: »Der tragisch-komische Ton bricht mit vertrauten realistischen Erzählmustern und öffnet, Traditionen osteuropäischer Literatur folgend, bei aller Zeitgenossenschaft imaginäre Räume jenseits von Ort und Zeit.«
Rezensionen
»Monica Cantieni versteht es, mit dieser berührenden Entwicklungsgeschichte die zentrale Bedeutung der Sprache für den Aufbau individueller Identität erlebbar zu machen.«
»Der Leser ist Zeuge des verzweifelten Bemühens eines Kindes, die Welt zu verstehen und den Anforderungen dieser Welt gerecht zu werden. Der Blick von unten, die Perspektive des Kindes, auch die Schlauheit und die Widerborstigkeit dieses Kindes, das ist das Besondere dieses Romans.«
Franz Hohler im Schweizer Literaturclub
»Die scheinbar naive Perspektive des Grünschnabels zertrümmert die Sätze und Worte nicht, sondern ermöglicht die Erkenntnis, dass Sprache nicht ist, sondern etwas tut - zugreifen, ausgrenzen, hinter der Maske der Nüchternheit. Und immer ist da noch etwas anderes, nämlich eine begnadet humorvolle Kunstsprache. ... Dieses Buch ist mit einem warmen Herz geschliffen worden. Ein Buch fürs Leben.«
Melinda Nadj Abonji in Das Magazin
»Szenisch eindrucksvoll, so grotesk wie liebevoll-komisch arrangiert. (...) Das Geschick, banale Alltäglichkeiten und schmerzhafte Erfahrungen in gleichermaßen lakonischem, humoreskem Ton zum Besten zu geben, erinnert zuweilen an osteuropäisches Literatur- und Filmschaffen.«
Sibylle Birrer, NZZ
»Ein eindrücklicher Roman. ... Cantieni überzeugt mit ihrer frischen Sprache, originellen Metaphern und pointierten Dialogen. Zudem wimmelt es in ihrem Buch von liebenswerten, mit sicherem Strich gezeichneten Sonderlingen.«
Manfred Papst, NZZ am Sonntag
»Monica Cantienis erster Roman führt die Serie bemerkenswerter Schweizer Frauenbücher (wie TAUBEN FLIEGEN AUF von Melinda Nadj Abonji) auf imponierende Weise fort. Cantienis GRÜNSCHNABEL besticht mit seiner vitalen Figurenzeichnung wie mit seiner Sprache, die Form und Thema in einem ist. (...) GRÜNSCHNABEL erreicht doch bisweilen eine Leichtigkeit, die an das Einsammeln von Bildern mit einer ebenso sicher wie locker geführten Kamera denken lässt.«
Charles Linsmayer, Sonntagszeitung
»Eine warmherzige und ungewöhnliche Geschichte, turbulent und lebensklug.«
Kieler Nachrichten
»Meisterhaft gelingt es Monica Cantieni, ein Kind für Erwachsene zur Identifikationsfigur zu machen. (...) Die 45-jährige Autorin schreibt in einer eigenen Sprache: sinnlich, tragikomisch und sehr direkt. Wie schon in der Erzählung HIERONYMUS' KINDER (1997) erzeugt sie in ihrem spät folgenden Romanerstling GRÜNSCHNABEL den Eindruck von Unmittelbarkeit und zugleich vielschichtiger Tiefe. Ein geglücktes Kunststück! Ab damit in die Wörterschachtel MEHR DAVON.«
Tina Uhlmann, Berner Zeitung
»Eine sinnliche Sprache voller unverbrauchter Metaphern und dem Verzicht auf den pädagogischen Zeigefinger.«
Alexander Sury, Tages-Anzeiger
»Beeindruckender Erstlingsroman. (...) GRÜNSCHNABEL ist nicht nur ein aussergewöhnlicher Entwicklungsroman, sondern auch ein Buch über die Entstehung von Sprache, von Literatur.«
Eva Pfister, Die Wochenzeitung
»Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. So witzig, so anrührend, auf so kunstvolle Weise "schräg" ist schon lange nicht mehr von den Schwierigkeiten des Integrierens erzählt worden.«
Andreas Wirthensohn, Wiener Zeitung
»Monica Cantienis Debütroman hat eine neue Sprache gefunden, von der man nicht genug bekommen kann.«
Peter Pisa, Kurier
»Monica Cantienis neuer Roman GRÜNSCHNABEL ist die Geschichte eines Adoptivkindes voller Sprachwitz und Gesellschaftskritik. (...) Das pure Vergnügen - zum Selberlesen und Weitergeben.«
Gabriele Michel, Badische Zeitung
»GRÜNSCHNABEL ist die poetische Geschichte der kindlichen Eroberung eines Stücks Lebenssinns, bei der die Sprache als welterschließende Kraft gleichzeitig das Thema ist.«
Basler Zeitung
»Sehr gut gelungen. (...) Eine sehr schöne Komposition.«
Hans-Ulrich Probst, DRS 2
»Ein starkes Romandebüt.«
Der kleine Bund
»Die naiv erkundete Wörterwelt des Kindes zerrt oft gerade Dinge ans Licht, die Erwachsene gerne hinter den Wörtern versteckt halten würden. Der Roman ist von kindlicher Leichtigkeit und trockener Komik.«
Marco Guetg, Aargauer Zeitung
»Cantienis Buch steckt voll kleiner Geschichten und verblüffender Sätze (...) Cantieni hat eine Kunstsprache entworfen, die eine kindhaft naive Perspektive behauptet. Ihre Spontaneität und Lakonik übersteigen das eigentlich Kindliche.«
Beat Mazenauer, Der Landbote
