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Juli Zeh: Corpus Delicti

Juli Zeh
Corpus Delicti

Ein Prozess

E-Book
ISBN: 978-3-89561-975-5
€ 9,99

Jung, attraktiv, begabt und unabhängig: Das ist Mia Holl, eine Frau von dreißig Jahren, die sich vor einem Schwurgericht verantworten muss. Zur Last gelegt wird ihr ein Zuviel an Liebe (zu ihrem Bruder), ein Zuviel an Verstand (sie denkt naturwissenschaftlich) und ein Übermaß an geistiger Unabhängigkeit. In einer Gesellschaft, in der die Sorge um den Körper alle geistigen Werte verdrängt hat, reicht diese Innenausstattung aus, um als gefährliches Subjekt eingestuft zu werden. Mia Holl will beweisen, dass ihr Bruder, verurteilt wegen einer angeblichen Vergewaltigung, unschuldig ist. Sie gerät also in Stellung gegen das System, hier »Methode« genannt, auch aus Liebe zu ihrem Bruder, der sich das Leben nahm.

Juli Zeh entwirft in CORPUS DELICTI das spannende Science-Fiction-Szenario einer Gesundheitsdiktatur irgendwann im 21. Jahrhundert. Sie zeichnet ein System, das alle und alles kontrolliert. Gesundheit ist zur höchsten Bürgerpflicht geworden. Die »Methode« verlangt ein festes Sportpensum ebenso wie die Abgabe von Schlaf- und Ernährungsberichten. Buchstäblich über jeden Schritt seiner Bürger ist dieser Staat informiert.

CORPUS DELICTI handelt von höchst aktuellen Fragen: Wie weit kann und wird der Staat individuelle Rechte einschränken? Gibt es ein Recht des Einzelnen auf Widerstand?
Juli Zehs CORPUS DELICTI. EIN PROZESS ist ein visionäres und ungeheuer spannendes Buch über unsere Zukunft - und unsere Gegenwart.

Rezensionen

»Juli Zeh verfügt über den Scharfsinn und die Belesenheit, um ihre Einsprüche gegen den Zeitgeist so zu verfassen, dass sie nicht verlegen machen, sondern Wucht entfalten. Der Juristin im Nebenberuf gelingt es mühelos, die analytische Darstellung in die literarische Form hineinzuholen - hier, in CORPUS DELICTI, geschieht das in der Kunstform der Utopie, die seit je dem Diskursiven gebührend Raum gibt. So gebiert Belletristik analytischen Verstand und umgekehrt: Erzählen und Argumentieren sind eins. Darauf kann man sich bei dieser Autorin verlassen.«
Christian Geyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»CORPUS DELICTI ist politische Erweckungsliteratur, die allerdings ihren diskursiven Gehalt in einen ziemlich ausgeklügelten Kriminalplot verpackt. Und das ist nur eines der Genres und intertextuellen Echos, die Juli Zeh sehr belesen verwoben hat zu einem Ganzen, das all das zugleich ist: negative Utopie und Justizdrama, Polit-Thriller und Gesellschaftsstück, handfestes Horror- und hauchzartes Geschwistermärchen.«
Christopher Schmidt, Süddeutsche Zeitung

»Juli Zeh schildert die Entgleisung ins Brutale mit seltsamer Kälte. Sie ist eine analytische Apokalyptikerin in der Nachfolge Jewgenij Samjatins, Ray Bradburys und Philip K. Dicks. Als solche polemisiert sie gegen eine postutopische Epoche, die sich zu viel auf die Überwindung der Utopien zugutehält. Die literarische Form ist eine Gerichtstragödie in Prosa, ein Traktat in verteilten Rollen, ein Science-Fiction-Krimi und stetig sich beschleunigendes Debattierstück.«
Evelyn Finger, Die Zeit

»Zum Glück hält sich Juli Zeh nicht lange mit der detailvernarrten Ausschmückung ihres Überwachungsstaates auf. Stattdessen konfrontiert sie ihre Leser geschickt und ziemlich spannend mit dem philosophischen Für und Wider ihrer aller Metaphysik beraubten Beinahe-Idealgesellschaft. Die Kunst dieser Autorin besteht gerade im scharfsinnigen Gedanken-Pingpong ihrer Versuchsanordnungen, in einem heiter-diskursiven Furor, wie man ihn sonst nur (hölzerner) von Bernhard Schlink kennt und wie ihn früher Friedrich Dürrenmatt beherrschte.«
Wolfgang Höbel, Der Spiegel

»CORPUS DELICTI erweist sich nicht nur als wichtiger politischer Warnruf, sondern auch als großes Lektürevergnügen, das jedem Besuch im Fitness-Studio vorzuziehen ist.«
Alexander Altmann, tz

»Gesellschaftskritik und sprachliche Kunst tragen sich hier gegenseitig zur Vollendung. Juli Zeh ist hier so gut wie noch nie.«
Saarbrücker Zeitung

»Zehs Geschichte packt den Leser und regt zum Nachdenken an, wie weit der Staat in die Lebenswelt seiner Bürger eingreifen darf.«
Johannes Wagemann, dpa

»Diese Sprache ist ein Labsal, sie fließt und windet sich ganz mühelos um intellektuelles Sperrgut. Die Sprache will gesprochen werden, laut und deutlich, und trotzdem bleibt sie elegant ...«
Lars Grote, Märkische Allgemeine

»Juli Zeh treibt die Handlung schnörkellos voran, stellt ihre Poesie ganz in den Dienst ihrer Botschaft. Messerscharf und klar zieht sie ihre Schlüsse aus einem nur verworren wirkenden, in Wahrheit gut abgezirkelten Netzwerk der Macht. Die so heraufbeschworene Zukunft, sie könnte so bald sein. Zweifellos.«
Caro Wiesauer, Kurier

»Juli Zeh hat einen packenden Roman gestaltet, den man auch wegen seiner überaus trefflichen Sprache ohne jede begleitende Fitneßübung in einem Zug lesen kann. Für den eigenen Kopf hat man dann allerdings einiges geleistet.«
Andreas Müller, Darmstädter Echo

»Nach dem Ende des Jahrhunderts der Ismen macht CORPUS DELICTI auf die Gefahren aufmerksam, die aus dem Zwang zur Perfektionierung aller Lebens- und Gesellschaftsbereiche entstehen können. Juli Zehs Hauptsorge freilich gilt dem Geist, der in seinem System, das ganz auf den Körper vertraut, auf der Strecke bleibt.«
Dietmar Jacobsen, Titel-Magazin

»Den grassierenden Gesundheits- und Fitnesswahn mit all den törichten Bonussystemen der konkurrierenden Krankenkassen hat Juli Zeh unbarmherzig aufs Korn genommen. Gleichzeitig schwingt zwischen den Zeilen – zumindest latent – ein leidenschaftliches Plädoyer für einen streng reglementierten Datenschutz mit.«
Peter Mohr, General-Anzeiger

»CORPUS DELICTI ist eine bittere Parabel auf alle totalitären Systeme und das Zerrbild unserer möglichen Zukunft. Juli Zeh hat damit ein hoch politisches, verstörendes Science-Fiction-Buch geschrieben, ein Plädoyer für die Würde des Individuums.«
Anna Hartwich, NDR Kultur

»Geschickt nutzt die ausgebildete Juristin Zeh ihren Roman zur Diskussion eines staatsrechtlichen Dilemmas: des Umkippens gesellschaftlicher Fürsorge in die Überwachung. Die Autorin trifft einen Nerv der Zeit, wenn sie die Debatte vor allem gerade am Thema des Körpers verhandelt.«
Daniel Benedict, Neue Osnabrücker Zeitung

»Juli Zeh ist mit CORPUS DELICTI der weibliche George Orwell der Gegenwart geworden.«
Deutschlandradio

»DAS Buch des Diabeteskongresses 2010«
Sissi Kuhn-Prinz, Insuliner

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