Grace Paley: Die kleinen Widrigkeiten des Lebens

SWR-Bestenliste Juni 2013, Platz 9
ORF-Bestenliste August 2013, Platz 2

Grace Paley
Die kleinen Widrigkeiten des Lebens

Storys
Umschlagbild von Christian Brandl
Aus dem Englischen neu übersetzt von Sigrid Ruschmeier

256 Seiten. Leinen. Lesebändchen.
€ 19,95   €[A] 20,60   
ISBN: 978-3-89561-235-0

Als reinen Glücksfall bezeichnete Grace Paley das Erscheinen ihres ersten Erzählungsbands DIE KLEINEN WIDRIGKEITEN DES LEBENS im Jahr 1959. Bis zum Beginn der amerikanischen Frauen-, Friedens- und Bürgerrechtsbewegung hatte die selbstbewusste New Yorker Hausfrau und Mutter ausschließlich Gedichte geschrieben. Aber dann habe sie ihr Gehör für die Geschichten ihrer Mitmenschen entdeckt, beschrieb Paley den Wechsel zu dem Genre, für das sie berühmt wurde. Diese Erfahrungen gibt sie mit ihrem ganz eigenen, von der Sprache der jüdisch-osteuropäischen Einwanderer gefärbten Ton wieder: im Sound ihrer Generation, in schlagfertigen Wortwechseln und Szenen urbanen Lebens.

»Grace Paley gehört zu einer seltenen Gattung von Schriftstellern mit einer Stimme, wie niemand sonst sie hat: komisch, traurig, bescheiden, energisch, genau«, schwärmte Susan Sontag. Die Neuübersetzung der Erzählungen erschließt erstmals Paleys lakonische Genauigkeit, ihren eigenwilligen Witz und ihren ironisch unbekümmerten Blick auf die absurden Wendungen des Alltags: »Einmal hat mir mein Mann zu Weihnachten einen Besen geschenkt. Das war nicht recht. Niemand kann mir erzählen, er hätte es nett gemeint.«

Rezensionen

»Endlich kommt die große alte Dame der amerikanischen Short-Story, Grace Paley, auch bei uns zu Ehren, dem Schöffling Verlag sei Dank.«
Gabriele von Arnim, Die Welt / Die literarische Welt

»DIE KLEINEN WIDRIGKEITEN DES LEBENS erzählt alltägliche New Yorker Geschichten von überforderten Müttern und tobenden Kindern, von Frauen mit großer Klappe und Kerlen mit Haaren auf der Brust: herbe, verzweifelte, drastische oder frech überdrehte Geschichten, denen allein Grace Paleys Blick und Tonfall poetischen Glanz geben...Da ist eine Autorin mit richtig Mumm zu entdecken.«
Der Spiegel

»Das Unbehagen der Geschlechter an- und miteinander umreißt hier Paley in immer neuen Kleinkonstellationen - psychologisch komplex, sprachlich frei von jeder Eitelkeit, immer wieder auch mit Komik.«
Kai Sina, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Es steckt wirklich alles in der Sprachbewegung, in verrückten Argumenten, prägnanten Bildern, was die frühere Lyrikerin verrät. Die neue Übersetzung, weniger bürokratisch, näher am Gesprochenen, auch durchsetzt mit jiddischen Ausdrücken, lässt die große Kunst der Stimmenfängerin lebendig werden.«
Barbara Wahlster, Deutschlandradio Kultur

»Manche ihrer Geschichten erzählt Paley so rotzig vorlaut, dass man sich fast täuschen lässt von den scheinbar hingefetzten alltagssprachlichen Bemerkungen und Dialogen. Bis man begreift, mit welch lakonischer Ironie und glasheller Intelligenz die Autorin jeden Satz bedacht platziert. Und mit welcher Poesie sie unser Menschenleben schmückt.«
Gabriele von Arnim, Die Welt / Die Literarische Welt

»Einen feinen Humor setzt Paley als vorzügliche Methoden ein, vom Schlimmen zu reden ohne dass der Trübsinn überhandnimmt.«
Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten

»Das Bemerkenswerte an diesen Studien von Frauen, die ihren Mann stehen, ist der Tonfall. Grace Paley lässt ihre Figuren reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Es ist ein hemdsärmeliges Erzählen, unerschrocken, voller Herz und schräger Formulierungen.«
Ingrid Mylo, Hessischer Rundfunk, HR2 Kultur

»Zu entdecken ist eine hierzulande noch weitgehend unbekannte, großartige Erzählerin, die im Stakkato kurz geschnittener Sätze expressive Erzähltableaus entfaltet. Great stuff!«
Christine Hamel, Bayerischer Rundfunk, BR2 Diwan

»Ihre Geschichten, die 1959 erstmals gesammelt erschienen, erzählt die Tochter russisch-jüdischer Einwanderer mit einnehmender Leichtigkeit und charmantem Witz - der in der neuen Übersetzung von Sigrid Ruschmeier besonders Spaß macht.«
Almut Siefert, Stuttgarter Nachrichten

»Es ist nicht nur traurig, es ist sehr ungerecht, dass Grace Paley nicht so berühmt ist wie Philip Roth. Sie spielt literarisch in der allerhöchsten Liga.«
Bernadette Conrad, Schweizer Radio SRF, 52 beste Bücher

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